ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2002Metronidazol-Fertigpräparat: Ein Gel zur topischen Therapie der Rosazea

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Metronidazol-Fertigpräparat: Ein Gel zur topischen Therapie der Rosazea

Dtsch Arztebl 2002; 99(6): A-382 / B-307 / C-283

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Rosacea fulminans. Foto: Prof. Helmut Schöfer (Universitätsklinik Frankfurt/Main)
Rosacea fulminans. Foto: Prof. Helmut Schöfer (Universitätsklinik Frankfurt/Main)
Die Rosazea – eine chronische Hauterkrankung des Gesichtes – betrifft fünf bis sieben Prozent aller Erwachsenen, insbesondere zwischen 35 und 55 Jahren. Mit ihren verschiedenen Erscheinungsformen, Schweregraden (Grad I bis III) und Sekundärveränderungen durch Vorbehandlungen kann die Rosazea eine schwer zu diagnostizierende Erkrankung sein und stellt nicht zuletzt wegen Spätfolgen (Rhinophym) und Komplikationen (Keratokonjunktivitis rosacea) eine große Herausforderung für den behandelnden Arzt dar.
Obwohl sie fälschlicherweise auch als „Acne rosacea“ bezeichnet wird, ist die Rosazea keineswegs eine „Sonderform“ der Akne und benötigt daher eine spezifische Therapie. Für die topische Therapie ist der Wirkstoff Metronidazol das Medikament der Wahl. Zahlreiche Studien belegen die Therapieeffizienz, eine mit oralen Tetrazyklinen vergleichbare Wirksamkeit und eine gute Verträglichkeit. Mit der Neueinführung von Metrogel® (Galderma Laboratorium GmbH) steht jetzt ein Fertigpräparat mit 0,75 Prozent Metronidazol in einer wässrigen Gel-Grundlage zur Verfügung.
Für das Auftreten der Rosazea werden neben erblicher Veranlagung auch Umweltfaktoren und andere Einflüsse diskutiert, die genaue Ursache ist bis heute ungeklärt. Frauen sind im Verhältnis drei zu zwei häufiger betroffen als Männer, wobei die Erkrankung bei Letzteren oftmals schwerer verläuft. Typisch ist ein langjähriger chronischer Verlauf in mehreren Stadien und unterschiedlichen Schweregraden. Eine Reihe von Sonderformen wie die Rosazea des Auges und die Rosazea fulminans können auftreten. UV-Strahlung und Reizungen der Gesichtshaut können die Erkrankung provozieren oder verschlechtern. Hinzu kommen psychische (Stress), hormonelle (Menstruation, Schwangerschaft, Wechseljahre) und vaskuläre (regionale Durchblutung im Gesicht) Faktoren sowie hoher Blutdruck.
Die Behandlungsstrategien müssen sich nach Aussage von Prof. Percy Lehmann (Wuppertal) am Stadium und Schweregrad der Rosazea orientieren. „Sehr wichtig ist die Meidung chemischer und physikalischer Reize wie Seifen, Syndets, alkoholische Tinkturen, Adstringenzien und Schälmittel sowie übermäßige Sonnenbestrahlung.“
Antientzündlich und immunmodulierend
Bei den häufigsten Formen der Rosazea, Stadium I und II, ist die topische Behandlung mit Metronidazol Referenz-Therapie. „Metronidazol wirkt immunmodulierend und antientzündlich. Es hemmt vor allem sehr stark bestimmte Stoffwechselwege, die auf der Übertragung von Elektronen beruhen. Es greift daher positiv regulierend in die Entstehung von reaktivem Sauerstoff und damit in den degenerativen Stoffwechsel des Kollagens und Elastins ein“, erläuterte Prof. Frank Hevert (Galderma Laboratorium GmbH).
In placebokontrollierten Studien verminderte Metronidazol nicht nur Papeln und Pusteln um 70 Prozent, sondern bewirkte auch einen Rückgang des Erythems. Die Studien ergaben eine deutliche Verbesserung der Symptome (Globalscore) bei 55 bis 88 Prozent der Patienten, sagte Lehmann.
Pharmakologische Studien zeigen, dass die 0,75-prozentige Metronidazol-Gelgrundlage eine bessere Bioverfügbarkeit erreicht als eine einprozentige Cremeformulierung. Die fettfreie Grundlage ist besonders anwendungsfreundlich, lässt sich problemlos mit Kosmetika kombinieren und sichert eine hohe kosmetische Akzeptanz und Patienten-Compliance. Die Anwendung von Metrogel erfolgt zweimal täglich (morgens und abends) nach einer milden Reinigung der betroffenen Hautareale. EB
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