ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2002Gesundheitswesen: Wachstumsmotor

SEITE EINS

Gesundheitswesen: Wachstumsmotor

Dtsch Arztebl 2002; 99(7): A-389 / B-313 / C-293

Rabbata, Samir

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Bundeskanzler Gerhard Schröder wollte sich daran messen lassen, wieweit es ihm gelingen werde, die Arbeitslosigkeit abzubauen. Er wird sein selbst gestecktes Ziel von 3,5 Millionen Arbeitslosen in dieser Legislaturperiode nicht erreichen. Der Kanzler sollte seinen Blick auf den größten Arbeitsplatzbeschaffer in der Dienstleistungswirtschaft, das Gesundheitswesen, richten. Hier bieten sich große Wachstumschancen. Bereits heute sind rund 4,2 Millionen Menschen direkt oder indirekt im Gesundheitswesen beschäftigt. Wie in allen Dienstleistungsbereichen wird auch die Bedeutung des Gesundheitswesens als Wirtschaftsfaktor steigen. Dies gilt für Deutschland ebenso wie für alle übrigen OECD-Länder.
Darauf verweist auch Prof. Dr. rer. pol. Eckard Knappe, Trier, der einen steigenden Anteil des Gesundheitssektors am Bruttosozialprodukt prognostiziert. Voraussetzung sei, dass die Wirtschaft der Nachfrage an Gesundheitsleistungen folge, so Knappe auf dem
3. Sozialversicherungsforum „Wirtschaftsfaktor Gesundheit – Innovationen im Gesundheitswesen“ in Hamburg. Dies könne sie aber
nur, wenn sich die Politik für eine am Bedarf orientierte Finanzierung
des Gesundheitssektors entscheidet. Auch Andreas Storm, CDU-Obmann in der Enquete-Kommission Demographischer Wandel des Bundestages, erwartet wegen der steigenden Lebenserwartung in Deutschland wachsende Gesundheitsausgaben. Storm: „Die steigenden Ausgaben müssen kein Hemmschuh für die Wirtschaft sein. Es ist aber nötig, dass dringende Reformen angegangen werden.“ Erforderlich sei eine größere Eigenbeteiligung und Selbstbestimmung der Versicherten sowie mehr Wettbewerb bei den Krankenkassen.
Das Gesundheitswesen ist mehr als nur ein volkswirtschaftlicher Kostenfaktor. Darüber waren sich die Experten des Sozialversicherungsforums einig. Die Diskussion über die Ausgestaltung des Gesundheitssystems muss auch vor diesem Hintergrund geführt werden. Davon würde der Wirtschaftsstandort Deutschland ebenso profitieren wie die medizinische Versorgung der Patienten.
Samir Rabbata
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema