ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2002Ärzteverzeichnisse: Dubios

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Ärzteverzeichnisse: Dubios

Dtsch Arztebl 2002; 99(7): A-393 / B-317 / C-297

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Ärzte erhalten immer öfter Briefe, in denen ihnen der Eintrag in diverse Ärzteverzeichnisse – insbesondere im Internet – angeboten werden. In diesen Schreiben ist selten auf den ersten Blick zu erkennen, dass mit der Unterschrift ein Vertrag abgeschlossen wird, der zur Zahlung einer Gebühr verpflichtet. Teilweise verlängert sich der Vertrag bei Nichtkündigung automatisch oder wird direkt für mehrere Jahre abgeschlossen.
Eine Firma im Südwesten wendet sich beispielsweise schriftlich an Ärzte, um das „beliebte und bekannte Deutsche Ärzteverzeichnis 2001/
2002“ zu aktualisieren. Der Arzt solle „die Korrekturofferte bitte sofort zurücksenden“, auch wenn der Text sich nicht geändert habe.
Nur klein gedruckt zu lesen ist, dass das Zurücksenden der Korrekturofferte einen Eintragungsauftrag für die Eintragung im Buch Deutsches Ärzteverzeichnis 2001/ 2002 darstellt. Die Eintragungsgebühr betrug 370 DM zuzüglich Mehrwertsteuer je Auflage. Der Vertrag verlängert sich zudem nach Ablauf jeweils um ein Jahr, wenn nicht drei Monate vor Ende des Vertragsablaufes schriftlich gekündigt wird.
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Avatar #657523
Doktor99
am Sonntag, 14. Oktober 2012, 16:51

Achtung, dubioses "Deutsches Ärzteverzeichnis" auch 2012 wieder aktiv

Wer nicht aufpasst und die vermeintlich kostenlose Offerte unterschriebt, bekommt bald Post der Kanzlei Ritzer und Gelhorn aus Ingolstadt, dem Zentrum dieser Aktivitäten in D. Je 604.- Euro/Jahr soll für die völlig nutzlose Eintragung (in Google nicht zu finden!) bezahlt werden und Kündigung ist nicht vor Ablauf von 3 Jahren möglich. Wenn es passiert ist, sollte man unbedingt folgendes beachten: Auf keinen Fall zahlen sondern mit Verweis auf "irrtümlichen Vertragsabschluss" durch Arglist wiederrufen. So gerne man der Abzocke rechtlich zu Leibe rücken würde, das sollte man besser lassen. Wenn man diese Leute wegen Betrugs verklagt, kommt es nämlich zur Beweißlastumkehr und das kann vor Gericht auch schiefgehen und dann bekommen die doch ihr Geld.

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