ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2002Rechtsherzkatheter und kardiologische Komplikationen

MEDIZIN: Referiert

Rechtsherzkatheter und kardiologische Komplikationen

silk

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Der Einsatz von Rechtsherzkathetern bei großen, elektiven Operationen außerhalb der Kardiochirurgie scheint die Komplikationsraten nicht zu verringern. Offenbar wird dadurch sogar das Gegenteil erreicht, und das Risiko für kardiologische Komplikationen erhöht sich. Polanczyk et al. analysierten in einer prospektiven Kohortenstudie das Auftreten von Komplikationen wie Herzinfarkte, instabile Angina pectoris, kardiogenes Lungenödem, Kammerflimmern, ventrikuläre Tachykardien, Herzinsuffizienz oder längerdauernde AV-Blockaden bei insgesamt 4 059 Patienten über 50 Jahren, die sich entsprechenden geplanten Eingriffen unterzogen hatten. Nachdem Unterschiede bei der Art der Operationen sowie bei Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Zuckerkrankheit oder früherer Herzinfarkte statistisch ausgeglichen worden waren, blieb das geschätzte Risiko für Patienten mit Rechtsherzkathetern immer noch doppelt so hoch wie bei denjenigen, bei denen auf diese invasive Maßnahme zur Überwachung von Herz-Kreislauf-Parametern verzichtet worden war. Die Autoren fordern daher, die Ergebnisse dieser Beobachtungsstudie in randomisierten klinischen Studien zu überprüfen. silk

Polanczyk CA et al.: Right heart catheterization and cardiac complications in patients undergoing noncardiac surgery. JAMA 2001; 286: 309–314.

Thomas H. Lee, Partners Community Health Care Inc., Suite 1150, Prudential Tower, 800 Bolyston St, Boston, MA 02199 oder E-Mail: thlee@pertners.org

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote