ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2002Honorarpolitik: Köpfe und Fälle

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Honorarpolitik: Köpfe und Fälle

Dtsch Arztebl 2002; 99(8): A-461 / B-369 / C-349

Maus, Josef

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LNSLNS Es gibt Aussagen, die tun Ärzten gut. Eine solche Aussage ist: „Ärzte brauchen wieder Perspektiven!“ Gesagt hat dies Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt (SPD) bei einem Kurzbesuch des Länderausschusses der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) am 15. Februar in Berlin.
Perspektiven – nach mehr als zehn Jahren Budgetierung und daraus folgenden Verteilungskämpfen um sinkende Honorare ist es genau das, was die niedergelassenen Ärzte am dringendsten brauchen. Den Anfang hat Ulla Schmidt mit der Abschaffung der Arzneimittelbudgets gemacht: Die aufgelaufenen und angedrohten Kollektivregresse (immerhin 1,5 Milliarden €) sind vom Tisch, stattdessen setzt die Ministerin auf die Steuerungskraft der gemeinsamen Selbstverwaltung von Ärzten und Krankenkassen. Wenn Schmidt es aber tatsächlich ernst meint mit der Abschaffung der Budgets – das hat sie in Berlin erneut betont –, muss auch eine Lösung der Honorarproblematik her. Wie diese aussehen könnte, deutete die Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin bei ihrem Treffen mit dem KBV-Vorstand und den KV-Vorsitzenden an: „Die niedergelassenen Fachärzte könnten eine Vergütungsform erhalten, wie sie derzeit in den Krankenhäusern eingeführt wird: Fallpauschalen. Bei den Hausärzten denken wir über morbiditätsbezogene Kopfpauschalen nach.“
Das macht Sinn, wenn man eine bessere Verzahnung des stationären und ambulanten Sektors will. Mit der Übernahme der Fallpauschalen aus den Krankenhäusern wäre die Vergütung der fachärztlichen Leistungen sektorübergreifend kompatibel. Die Hausärzte könnten mit einer morbiditätsbezogenen Kopfpauschale ihr Behandlungskonzept besser als bisher auf die angestrebte Lotsenfunktion ausrichten.
„Wir müssen lernen, das Gesundheitswesen als Prinzip der kommunizierenden Röhren zu begreifen“, sagte die Ministerin in Berlin. Darauf müssten sich auch die KVen einstellen, denen eine neue Rolle zugedacht sei, aber keineswegs das Aus drohe. Josef Maus
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