ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2002Klinik-Arbeitszeit: Erfurter Modell gescheitert

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Klinik-Arbeitszeit: Erfurter Modell gescheitert

Dtsch Arztebl 2002; 99(8): A-464 / B-372 / C-352

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LNSLNS Tarifpartner konnten sich nicht auf die Umsetzung des EuGH-Urteils einigen.

Die Tarifverhandlungen zur Neuregelung der Bereitschaftsdienste am Helios Klinikum Erfurt wurden eingestellt. Damit ist die erstmalige Umsetzung des Urteils des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 3. Oktober 2000 zur Arbeitszeit und zum Bereitschaftsdienst von Klinikärzten vorerst gescheitert. Das Modell wurde von den Ärzten der Helios Klinik abgelehnt, weil das Unternehmen lediglich bereit war, 70 bis 80 Prozent der finanziellen Einbußen durch den Wegfall von Bereitschaftsdiensten zu tragen.
Die Tarifpartner einigten sich darauf, das so genannte Erfurter Modell nicht ohne Zustimmung der Ärzte einzuführen. Vielmehr müsse man abwarten, bis der Gesetzgeber notwendige Rahmenbedingungen schafft, um größere Akzeptanz neuer Dienstzeitmodelle bei den Betroffenen zu erreichen. Gelinge dies nicht, könnten sich immer mehr junge Ärzte gegen eine Tätigkeit in deutschen Kliniken entscheiden, befürchten die Tarifpartner.
Nach dem Urteil des EuGH sollen Bereitschaftsdienste grundsätzlich als Arbeitszeit bewertet werden. Bei einer Einigung zwischen der Geschäftsführung des Helios Klinikum und den Gewerkschaften ver.di und Marburger Bund wäre es zu einer weitgehenden Umsetzung des EuGH-Urteils gekommen. Das Modell sah eine 12-Stunden-Schicht am Wochenende und an Feiertagen sowie fachübergreifende Hausdienste vor.
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