ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2002Missbrauchtes Vertrauen

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Missbrauchtes Vertrauen

Dtsch Arztebl 2002; 99(8): A-496 / B-399 / C-376

Tschan, Werner

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LNSLNS Missbrauch
Umfassende Darstellung
Werner Tschan: Missbrauchtes Vertrauen – Grenzverletzungen in professionellen Beziehungen. Ursachen und Folgen: Eine transdisziplinäre Darstellung. Karger Verlag, Basel, 2001, XII, 280 Seiten, 16 Abbildungen, Broschur, 98 DM
Sexuelle Gewalt gegenüber Kindern und Frauen vor allem im familiären Bereich ist in den vergangenen Jahrzehnten Gegenstand vieler Fachdiskussionen und Veröffentlichungen gewesen. Weniger Aufmerksamkeit ist dem missbrauchten Vertrauen und den Grenzverletzungen zwischen Therapeuten und Patienten entgegengebracht worden. Die Machtposition, die Therapeuten aller Fachgruppen ihren Patienten gegenüber haben, führt allzu leicht dazu, die Grenzen in fachlicher und menschlicher Hinsicht zu überschreiten und das Vertrauensverhältnis zu Patienten, Schülern, Mitarbeitern zur Befriedigung eigener sexueller Wünsche auszunutzen.
Der Schaden, den die Betroffenen erleiden, wird selten erkannt oder nicht als gravierend beachtet, zumal einige Therapeuten sexuelle Handlungen oder sogar Geschlechtsverkehr als therapeutische Maßnahme befürworten, was jedoch von seriösen Therapeuten strikt abgelehnt wird.
Der Autor – seit zehn Jahren in der Opfer-Täter- und Institutionsberatung tätig – kommt einem Bedürfnis der Öffentlichkeit und von Fachgruppen entgegen, indem er die Folgen von Missbrauch in professionellen Beziehungen umfassend und fundiert darstellt. „Missbrauchtes Vertrauen“ richtet sich sowohl an Betroffene und deren Angehörige als auch an Psychologen, Psychotherapeuten, Psychiater, aber auch an den praktizierenden Arzt, der in der Regel zuerst mit gestörten Patienten befasst wird. Elisabeth Trube-Becker
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