ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2002Anstieg von Hautmelanomen in Deutschland

MEDIZIN: Referiert

Anstieg von Hautmelanomen in Deutschland

Dtsch Arztebl 2002; 99(8): A-508 / B-410 / C-387

sta

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die Inzidenz des kutanen malignen Melanoms ist in den letzten 30 Jahren in der hellhäutigen Bevölkerung drastisch angestiegen. Stang et al. präsentieren Inzidenz- und Überlebensraten von Melanompatienten des Saarlandes anhand der Daten des Krebsregisters Saarland über einen Zeitraum von 26 Jahren (1970 bis 1996). Hierbei zeigt sich, dass im Beobachtungszeitraum die Inzidenz bei Männern um 170 Prozent und bei Frauen um 150 Prozent zugenommen hat.
Die beobachtete mittlere Inzidenz betrug in den Jahren 1994 bis 1996 bei Männern 9,5 und bei Frauen 9,3 pro 100 000 Personen. Bei beiden Geschlechtern lässt die Anstiegsgeschwindigkeit der Neuerkrankungsrate ab 1990 nach. Die Inzidenz von In-situ-Melanomen, die ab 1979 auswertbar ist, nimmt hingegen auch in den 1990er-Jahren mit gleicher Anstiegsgeschwindigkeit zu. Bis 1990 ist ein moderater Anstieg der Mortalität des kutanen malignen Melanoms zu beobachten. Dieser Befund spricht dagegen, dass der Inzidenzanstieg lediglich ein Registrierartefakt ist.
Die stadienspezifischen Auswertungen (T-Stadien) zeigen, dass der Anstieg der Gesamtinzidenz insbesondere durch die Diagnose von Hautmelanomen niedriger Stadien bedingt ist. Die multivariaten Analysen belegen eine Stadienverschiebung zugunsten niedriger Stadien bei Erstdiagnose die erhebliche Verbesserung der Überlebensraten während des Erfassungszeitraums. Während 1970 bis 1979 die melanomspezifischen Fünf-Jahres-Überlebensraten bei Männern 53 Prozent und bei Frauen 68 Prozent betrugen, liegen diese Raten in den 1990er-Jahren bei 78 Prozent und 88 Prozent. In allen Überlebensanalysen zeigten Frauen eine bessere Prognose als Männer, auch wenn für das Stadium adjustiert wurde. Aus Sicht der Autoren besteht noch ein weiteres Verbesserungspotenzial der Überlebenswahrscheinlichkeit, da auch in den 1990er-Jahren noch etwa 30 Prozent im Stadium T3 oder T4 diagnostiziert wurden. sta

Stang A, Stang K, Stegmaier C, Hakulinen T, Jöckel KH: Skin melanoma in Saarland: incidence, survival and mortality 1970–1996. Eur J Cancer Prev 2001; 10: 407–415.

Dr. med Andreas Stang, Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie, Universitätsklinikum Essen, Hufelandstraße 55, 45122 Essen

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema