ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2002zu DaimlerChrysler: Eine riskante Kiste

VARIA: Schlusspunkt

zu DaimlerChrysler: Eine riskante Kiste

Dtsch Arztebl 2002; 99(8): [112]

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Klare Formen und richtungweisendes Design sind seit jeher Markenzeichen der Stuttgarter Edelautoschmiede Mercedes. Doch was allenfalls für einen Teilbereich des Weltkonzerns DaimlerChrysler gelten mag, hat noch lange keine Aussagekraft für das Gesamtunternehmen.
Beim jüngsten Gang an die Öffentlichkeit warf der Vorstand mehr mit Nebelkerzen denn mit klaren Worten. Regelrecht geschockt reagierten die Börsianer gar über eine zwischen den Zeilen formulierte Gewinnwarnung. Vor einem Jahr stellte der Vorstandschef Jürgen Schrempp noch einen Mindestgewinn von 5,5 Milliarden € in Aussicht. Nunmehr aber, so Schrempp, könnten „deutlich mehr als 2,6 Milliarden € Betriebsgewinn“ in Aussicht gestellt werden. Und im Übrigen würden halt die „vor einem Jahr avisierten Ziele zu einem späteren Zeitpunkt erreicht“.
Wenn eine Gesellschaft wie DaimlerChrysler so wachsweich wie ein Neuer-Markt-Wert formuliert, dann braucht sich keiner zu wundern, wenn der Kurs auf diese bad news mit einem saftigen Kursverlust von 7 Prozent reagiert, zumal auch noch die Bekanntgabe einer drastischen Dividendenkürzung von 2,35 auf 1 € die Stimmung für die Aktie ebenfalls eintrübte.
Was tun? Die Aktie kaufen, halten, zukaufen, verkaufen? Es gibt nicht wenige Experten, die der Aktie trotz Gewinnwarnung und Dividendenkürzung ein hohes Kurspotenzial zutrauen, vorausgesetzt, der größte Risikofaktor Chrysler USA könne seine Ertragskraft nachhaltig verbessern.
Ich persönlich neige in Sachen DaimlerChrysler eher zur Skepsis. Eine Gewinnwarnung, auch noch in dieser vermaledeiten Form, bleibt selten für sich alleine stehen und folgenlos. Die Automobilkonjunkur droht auch in Europa zu erlahmen, Chrysler ist nach wie vor ein Milliardengrab, und auch in der Luftfahrtsparte wird nicht viel Geld verdient.
Die Aktie stufe ich derzeit als heiße Kiste ein. Daimler-Chrysler hat noch eine harte Wegstrecke vor sich, bis eine Besserung in Sicht ist. Das kann noch ziemlich dauern.
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