ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2002Fahrgemeinschaften: Sonderregelungen

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Fahrgemeinschaften: Sonderregelungen

rco

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LNSLNS Fahrgemeinschaften haben viele Vorteile: Die Beteiligten sparen Geld, sie legen ihren Arbeitsweg gemeinsam zurück; Verkehr und Umwelt werden entlastet. Bei einem Unfall stellt sich jedoch oft die Frage nach dem Versicherungsschutz: Gemäß den gesetzlichen Bestimmungen ist nur der direkte Arbeitsweg versichert. Fahrgemeinschaften müssen jedoch in der Regel Umwege machen, um alle Mitfahrer abzuholen.
„Für Fahrgemeinschaften gelten Sonderregelungen. Grundsätzlich sind alle Mitfahrer unfallversichert. Das gilt auch für Strecken, die vom direkten Weg zwischen Wohnung und Arbeitsort abweichen, weil Mitfahrer abgeholt oder abgesetzt werden müssen. Versicherungsschutz besteht auch, wenn die Mitfahrer in anderen Betrieben arbeiten als der Fahrer“, erklärt Sandra Kollecker von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, Hamburg.
Wichtig ist, dass der Fahrer die Absicht verfolgt, die Mitfahrer zur Arbeit/nach Hause zu bringen. Sie müssen aber nicht unmittelbar an der Haustür oder am Werkstor ein- oder aussteigen. Auch wenn die Fahrgemeinschaft nicht regelmäßig, sondern nur gelegentlich existiert (zum Beispiel nur für die Hinfahrt zur Arbeit), besteht Versicherungsschutz. Voraussetzung dafür ist, dass die Mitfahrer berufstätig und damit gesetzlich unfallversichert sind oder zum versicherten Personenkreis zählen (wie zum Beispiel Auszubildende).
Wer jedoch an einem arbeitsfreien Tag aus privaten Gründen mitfährt, ist bei einem Unfall nicht versichert. Hier schützt nur eine private Unfallversicherung. Macht der Fahrer einen Umweg, um private Angelegenheiten zu erledigen, entfällt ebenso der Versicherungsschutz – auch für die Mitfahrer. Das gilt nicht, wenn sie erst während der Fahrt über den Umweg informiert wurden und das Benutzen anderer Verkehrsmittel unzumutbar ist. Es besteht kein Versicherungsschutz, wenn der direkte Weg zu privaten Zwecken verlassen wird. rco
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