ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2002Stammzell-Import: Stichtag -1. Januar 2002

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Stammzell-Import: Stichtag -1. Januar 2002

Dtsch Arztebl 2002; 99(9): A-528 / B-428 / C-404

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LNSLNS SPD, Grüne und Union einigen sich.
Der Import von embryonalen Stammzellen nach Deutschland ist nur dann zulässig, wenn diese vor dem 1. Januar 2002 im Herkunftsland gewonnen wurden. Darauf haben sich Abgeordnete aus Union, SPD und Grünen geeinigt und am 22. Februar einen entsprechenden Gesetzentwurf vorgelegt.
Der Entwurf erlaubt die Einfuhr embryonaler Stammzellen zu Forschungszwecken nur ausnahmsweise und unter strengen Auflagen. Danach dürfen Forschungsarbeiten nur durchgeführt werden, wenn sie hochrangigen Forschungszielen dienen, die vorgesehenen Fragestellungen so weit wie möglich bereits in Tierversuchen oder in In-vitro-Modellen geklärt worden sind und die Forschung mit anderen als embryonalen Stammzellen keine gleichwertigen Ergebnisse erwarten lässt. Des Weiteren sieht der Entwurf vor, dass der Import durch eine Kontrollbehörde genehmigt wird. Zusätzlich muss die Stellungnahme einer Zentralen Ethikkommission für Stammzellforschung eingeholt werden. Dieser Kommission sollen vier Ethiker und Theologen sowie fünf Biologen und Ärzte angehören. Außerdem regelt der Gesetzentwurf, dass die Spender der Forschung mit den Stammzellen zustimmen und keine kommerziellen Interessen verfolgen dürfen.
Bereits am 28. Februar soll der Bundestag in erster Lesung über das Stammzellgesetz beraten. Am 30. Januar hatte er entschieden, den Import bereits existierender embryonaler Stammzelllinien zu erlauben, die Tötung weiterer Embryonen für die deutsche Forschung jedoch zu verbieten.
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