ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2002Gesundheitsreform: Vorschlag für eine wahre Sozial-Reform

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Gesundheitsreform: Vorschlag für eine wahre Sozial-Reform

Dtsch Arztebl 2002; 99(9): A-554 / B-453 / C-425

Petschow, Dieter

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LNSLNS Dank für die klare Stellungnahme. Nun ist einem Leserbriefschreiber erlaubt, was ein bundesweit verbreitetes Blatt nicht so tun sollte, nämlich den Sachverhalt noch zu pointieren:
Alle GKV-Leistungen sind konstant mit circa 6% des BIP bezahlt, eine Kostenexplosion hat es nie gegeben. Warum dann diese Finanzierungs-Klemme? Einen Teil des BIP haben Sie aus Ihren Betrachtungen herausgehalten, nämlich den von der arbeitenden Bevölkerung zu zahlenden Kapitalertrag, der sich als Zinsanteil in den Endverbraucherpreisen widerspiegelt. Mittlerweile liegt dieser Vorausabzug aller Erträge aus Arbeit bei circa 40 %, Tendenz steigend. Kapitalertrag kommt aus Arbeit, ist aber in unserer Republik nicht dem Arbeitslohn gleichverpflichtet, sondern deutlich privilegiert. Er begegnet den Lohnempfängern und Unternehmern – auch den Krankenkassen und den Arztpraxen – in jeder Rechnung dieser Marktwirtschaft. Es tut gut, volkswirtschaftliche Betrachtungen im DÄ zu lesen, nur habe ich den Eindruck, dass Sie sich der Tragweite Ihrer Betrachtungsweise keineswegs bewusst sind. Bei dieser Problemstellung geht es nicht nur um das Gesundheitswesen, sondern schlicht um den Bestand der Sozialordnung unserer Republik . . .
Mein Vorschlag für eine wahre Sozial-Reform: Lohn- und Zinszahlungen eines Betriebes werden in einem Büro zusammengefasst. Beide werden mit gleichen Anteilen zur Sozialversicherung veranlagt – und danach ausgezahlt, an die Mitarbeiter und an die Bank. Der Arbeitnehmer erhält seinen Nettolohn, die Bank den Netto-Zins. Der Arbeitgeber-Brutto-Lohn würde damit um circa 10% entlastet, Reichtum wäre sozial eingebunden entsprechend dem Grundgesetz unserer Republik – und der Kampf um die Entlassungen wäre vorbei . . .
Dr. med. Dieter Petschow, Am Kielenkamp 35, 30855 Langenhagen
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