ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2002Todesfall in der Familie: Was alles zu ordnen ist

Versicherungen

Todesfall in der Familie: Was alles zu ordnen ist

Combach, Rolf

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Foto: BilderBox
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Nach einem Sterbefall bleibt den Hinterbliebenen die Aufgabe, die Papiere des oder der Verstorbenen zu ordnen. Wichtig ist in diesem Fall unter anderem, die Versicherungsgesellschaften zu informieren.
- Sozialversicherung: War der Verstorbene pflichtversichert, so übernimmt sein Arbeitgeber die Abmeldung bei der Krankenkasse. Damit ist zugleich die Abmeldung zur Renten- und Arbeitslosenversicherung erledigt. Eine Durchschrift der Meldung erhalten die Hinterbliebenen für den Rentenantrag. Freiwillig Versicherte brauchen nicht „abgemeldet“ zu werden; der Antrag auf Hinterbliebenenrente reicht aus.
- Lebensversicherung: Der hinterbliebene Bezugsberechtigte muss der Lebensversicherung die Police, den Beleg der letzten Zahlung und die Sterbeurkunde zusenden. Falls darin die Sterbeursache nicht genannt ist, kann die Versicherung ein ärztliches Zeugnis nachfordern.
- Unfallversicherung: Ist der Versicherungsnehmer durch einen Unfall ums Leben gekommen, so muss dies innerhalb von 48 Stunden gemeldet werden. Neben der Sterbeurkunde ist eine ärztliche Bescheinigung erforderlich. Liegt kein Unfalltod vor, genügt eine einfache Mitteilung.
- Private Kran­ken­ver­siche­rung: Hier muss die Versicherung nur benachrichtigt werden. Sind beide Ehepartner (und eventuell die Kinder) durch einen Vertrag versichert, dann wird lediglich der Teil, der den Verstorbenen betraf, herausgenommen. Für die Hinterbliebenen ändert sich nichts. Die HUK-Coburg zahlt zum Beispiel zu viel gezahlte Prämien pro rata temporis zurück, soll heißen: Stirbt der Versicherte am 15. eines Monats, so zahlt sie den halben Monatsbeitrag zurück.
- Private Haftpflichtversicherung: Hier besteht der Versicherungsschutz im Todesfall bis zur nächsten Beitragsfälligkeit weiter. Dennoch sollte die Versicherung benachrichtigt werden, damit der Ehegatte oder ein anderes Familienmitglied eingetragen werden kann.
- Rechtsschutzversicherung: Auch hier bewirkt die Mitteilung über den Tod des Versicherungsnehmers den Übergang der Police auf einen Hinterbliebenen, womit der Versicherungsschutz weiter besteht – wenn das gewünscht wird.
- Hausratversicherung: Wird der Hausrat des Versicherungsnehmers aufrechterhalten, so genügt eine kurze Information mit einer Kopie der Sterbeurkunde an die Versicherung, um die Police weiterlaufen zu lassen.
- Auto-Haftpflichtversicherung: Ein Hinterbliebener darf den Schadenfreiheitsrabatt des Verstorbenen übernehmen, wenn und solange er an der Entstehung des Schadenfreiheitsrabattes „mitgewirkt“ hat – er also auch selbst den Wagen gefahren hat. Hierfür gibt es bei der Versicherung spezielle Formulare. Rolf Combach
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