ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2002Sozialstaat: Loslösung der Beiträge vom Einkommen
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LNSLNS Leider sind in dem Artikel die gleichen Fehler begangen worden wie in dem Kieler Modell, auf das sich bezogen wurde. Die kontinuierliche Weiterentwicklung der medizinischen Möglichkeiten ist zwar das Grundübel, und daher ist eine Aufteilung in Grund- und Zusatzversorgung richtig, jedoch wird sich dies nicht so einfach realisieren lassen, wie mit dem Hinweis auf eine private Unfallversicherung dargestellt wurde. Eine Koppelung an das Bruttoinlandsprodukt nährt den immer wieder angeführten Irrglauben, die Gesundheitskosten seien in Bezug auf das Bruttoinlandsprodukt gar nicht gestiegen.
Wenn schon einen radikalen Wechsel, dann besser gleich die Loslösung der Beiträge vom Einkommen. Wurde bei der Einführung der Krankenkassen der größte Teil (90 %) für Lohnleistungen ausgegeben, so hat sich das heutige Verhältnis umgekehrt.
Eine Irreführung ist der Vorschlag, GKV-Kosten auf die Steuern zu verlagern. Ich spare etwas Geld bei den Beiträgen zur GKV, und es wird mir dafür in Form erhöhter Steuern wieder genommen. Erst wenn nicht mehr alles von der Gemeinschaft bezahlt wird, wird man die Ausgaben in den Griff bekommen. Dies bedeutet, offen zu sagen, was auch jetzt schon gilt: Wer arm ist, muss früher sterben.
Dr. med. Martin Franck, Hoher Wallgraben 28, 10318 Berlin

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