ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2002Früherkennung: Vorschläge

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Früherkennung: Vorschläge

Dtsch Arztebl 2002; 99(10): A-624 / B-512 / C-483

Vogel, Herbert

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LNSLNS . . . Ohne spezifische Definition des Begriffes „Gentest“ – der nur molekular-biologische Untersuchungsmethoden einschließen dürfte – zieht das geplante Gesetz einen immensen bürokratischen Aufwand für den Arzt nach sich; bei jeder weitergehenden Laboranforderung müsste der Arzt zuvor den Patienten aufklären sowie um die Erlaubnis zur Durchführung dieser Untersuchung bitten.
Inwieweit das Gesetz verhindern kann, dass Väter ohne Wissen der leiblichen Mutter mittels genetischem Fingerabdruck (Schnuller, Haare des Kindes) ihre Vaterschaft bewiesen haben wollen, bleibt abzuwarten.
Parameter Frühtherapie: Die von Prof. Schwartz geäußerte Skepsis gegenüber breit gestreuten Check-ups könnte zerstreut werden, wenn Labore eine Zertifizierung nachweisen müssen, um die Genteste abrechnen zu können; die angeblich hohe Rate von falschpositiven Ergebnissen könnte auch durch zusätzliche externe Qualitätskontrollen minimiert werden.
Kosten-Nutzen-Relation: Wenn Gentests als Präventions-Marker eingesetzt werden, zum Beispiel zur Abschätzung des Risikos, an Brustkrebs zu erkranken, sollten die Kosten hierfür von den Krankenkassen übernommen werden. Der Patient müsste – bei positivem Befund – sich wegen des erhöhten Risikos verpflichten, sich halbjährlich Vorsorgeuntersuchungen zu unterziehen; bei Nichteinhaltung dieser Termine sollten bei Erkrankung höhere Zuzahlungen vom Patienten gefordert werden, in Anlehnung an die Forderung einer erhöhten Eigenbeteiligung des Patienten in der Zahnheilkunde bei Zahnersatzleistungen, wenn er die halbjährlichen Vorsorgetermine nicht einhält . . .
Dr. med. Dipl.-Chem. Herbert Vogel, Labormedizinisches Zentrum Konstanz, Lohnerhofstraße 13, 78467 Konstanz
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