Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Im Mai 2001 haben aus gegebenem Anlass drei wissenschaftliche Fachgesellschaften, die Bundes­ärzte­kammer und ihr Wissenschaftlicher Beirat erklärt: An der Definition, an der Sicherheit der Feststellung und an der Bedeutung des Hirntods als sicheres inneres Todeszeichen des Menschen hat sich nichts geändert. Nach dem Hirntod gibt es keine Schmerzempfindung mehr. Bei Organentnahmen nach dem Hirntod ist keine Narkose zur Schmerzverhütung nötig. Die nach dieser Erklärung im Deutschen Ärzteblatt veröffentlichten Leserbriefe widersprechen einander, teilweise aufgrund unterschiedlicher Sachkenntnis, teilweise aufgrund anderer als biologischer Gesichtspunkte des Todes. Da aber widersprüchliche ärztliche Äußerungen zum Lebensende das Vertrauen der Bevölkerung zur Ärzteschaft und zur medizinischen Wissenschaft gefährden können, sollen folgende unbestreitbare Definitionen und pathophysiologische Zusammenhänge nochmals klargestellt werden:
« Hirntod bedeutet irreversibel erloschene Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms, festgestellt während einer Intensivbehandlung und kontrollierter Beatmung mit allein dadurch noch aufrechterhaltener Herz- und Kreislauffunktion.
¬ Diese Definition des Hirntods beschreibt seine Krankheitserscheinung und Krankheitsvorgänge sowie Gewebeschäden und beruht damit allein auf naturwissenschaftlichen Befunden und Zusammenhängen.
­ Der Hirntod als irreversibler Verlust der gesamten Hirntätigkeit kann und muss eindeutig von allen Zuständen eines reversiblen oder partiellen Hirnausfalls unterschieden werden.
® Die Bedeutung des Hirntods als sicheres inneres Todeszeichen entspricht der Bedeutung der Hirntätigkeit für den Menschen.
¯ Der Tod als biologisches Lebensende des Menschen kann und muss eindeutig vom Tod der Körperteile unterschieden werden.
° Die medizinischen und die anderen Belange des Todes müssen auseinander gehalten werden.
± Gegenstand der medizinischen Ethik ist nicht der biologische Sachverhalt des Hirntods, sondern der Umgang mit dem hirntoten Menschen.
² Wer die Bedeutung des Hirntods als sicheres Todeszeichen nicht hinnehmen will, muss sich dabei auf andere, nicht naturwissenschaftliche Argumente stützen und kann sich nicht auf biologische Gründe berufen. Der Arzt muss bei seinen Äußerungen zum Tod besonders sorgfältig den naturwissenschaftlichen Sachverhalt trennen von persönlichem Empfinden, persönlichen Meinungen und Überzeugungen. Er zuerst muss wissen und beachten: Die Medizin verdankt ihren Fortschritt den Naturwissenschaften, den Geisteswissenschaften ihre Menschlichkeit. Nur mit beiden zusammen kann der Arzt dem Menschen dienen.
Prof. Dr. med. W. Hacke, Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Prof. Dr. med. Dr. h. c. F. W. Schildberg, DIVI, Prof. Dr. med. F. Oppel, Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Alle Leserbriefe zum Thema

Anzeige