ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2002Zur Rationierung medizinischer Leistungen im Rahmen der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung

BÜCHER

Zur Rationierung medizinischer Leistungen im Rahmen der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung

Dtsch Arztebl 2002; 99(10): A-628 / B-514 / C-485

Kopetsch, Thomas

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Gesundheitswesen
Mehr Transparenz
Thomas Kopetsch: Zur Rationierung medizinischer Leistungen im Rahmen der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung. Europäische Schriften zu Staat und Wirtschaft, Band 5, Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden, 2001, 204 Seiten, broschiert, 29 €
Das Gesundheitswesen, so der Autor, sei die einzige Branche, deren Wachstum als Krise wahrgenommen werde. Im ersten Teil des Buches wird analysiert, welche Ursachen sich hinter dem permanten Wachstum der Gesundheitswirtschaft verbergen. Dabei wird als wichtigster Punkt herausgearbeitet, dass jeglicher medizinischer Fortschritt zu Ausgabensteigerungen führt. Der Illusion, dass es in der Medizin Fortschritt gebe, der sich kostensenkend auswirken könnte, wird damit die Grundlage entzogen. Selbst der von vielen als Lösung aller Probleme favorisierte Ausbau der Prävention entpuppt sich als Ursache für Ausgabensteigerungen. Für den Autor ist die Rationierung medizinischer Leistungen unausweichlich, soll das (durch Zwangsbeiträge finanzierte) Gesundheitswesen auch in Zukunft bezahlbar bleiben. Im zweiten Teil des Buches wird daher der Rationierungskomplex in seiner ganzen Bandbreite unter medizinischen, ethischen und ökonomischen Aspekten beleuchtet und systematisiert. Zugleich werden die Rationierungspraktiken anderer Länder dargestellt. Allerdings kommen die Spielarten und Ausprägungen der Rationierung nicht zur Sprache.
Auf den Erkenntnissen der ersten beiden Teilen aufbauend, wird im dritten Teil ein Modell für die Gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung vorgestellt, mit dem die Probleme gelöst werden könnten. Gleichgültig ob man bereit ist, den vorgeschlagenen Weg (Grund- und Wahlleistungen für Rentner mit Elementen der Kapitaldeckung) mitzugehen: Das Buch ist ein Beitrag zu mehr Transparenz in einer verworrenen Debatte; es erhellt viele Zusammenhänge im Gesundheitswesen. Allerdings wirken manche Abschnitte exkursorisch. Harald Clade
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