ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2002COX-2-Hemmer Rofecoxib: Wirkt bei Schmerz und rheumatoider Arthritis

VARIA: Wirtschaft - Aus Unternehmen

COX-2-Hemmer Rofecoxib: Wirkt bei Schmerz und rheumatoider Arthritis

Dtsch Arztebl 2002; 99(10): A-658 / B-570 / C-524

Rautenstrauch, Julia

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Der COX-2-Hemmer Rofecoxib (Vioxx®, MSD Sharp & Dohme) ist nunmehr auch zur Linderung der Beschwerden bei Patienten mit rheumatoider Arthritis zugelassen. Die für diese Indikation empfohlene Dosis beträgt 25 mg einmal täglich und entspricht damit der bei Arthrose am häufigsten eingesetzten. Darüber hinaus wächst die Datenbasis zur Wirksamkeit bei akuten und chronischen Schmerzen anderer Genese.
Schmerzen, Entzündung und Mobilität von Patienten mit rheumatoider Arthritis werden durch Rofecoxib positiv beeinflusst. Dies zeigt eine im Doppelblindversuch randomisierte, placebokontrollierte Studie, die beim Jahrestreffen des American College of Rheumatology in San Francisco vorgestellt wurde.
909 Rheumatiker erhielten in vier Behandlungsarmen zwölf Wochen lang täglich entweder 12,5 mg Rofecoxib, 25 mg Rofecoxib, zweimal 500 mg Naproxen oder Placebo. Naproxen ist in den USA das am häufigsten bei rheumatoider Arthritis verwendete NSAR.
Lebensqualität wurde per Fragebogen ermittelt
Primäre Endpunkte waren die Zahl der schmerzhaften und geschwollenen Gelenke und die globale Einschätzung der Krankheitsaktivität durch Patient und Arzt. Als sekundäre Endpunkte wählten die Untersucher die so genannte ACR-20-Response: Das ist der Anteil der Patienten, die eine Besserung der Krankheitsaktivität nach den Kriterien des American College of Rheumatology um mindestens 20 Prozent erreichen. Die krankheitsassoziierte Lebensqualität wurde mit einem speziellen Fragebogen ermittelt (Health Assessment Questionnaire).
Gegenüber Placebo war 25 mg Rofecoxib in allen primären und sekundären Endpunkten überlegen. Die Schmerzreduktion unter 25 mg Rofecoxib täglich war während der zwölfwöchigen Behandlung ebenso gut wie unter dem Vergleichspräparat Naproxen, das mit der Maximaldosis eingesetzt wurde. Sowohl Rofecoxib in der 25-mg-Dosis als auch Naproxen verringert deutlich die Zahl der schmerzhaften und geschwollenen Gelenke im Vergleich zu Placebo.
Die allgemeine Krankheitseinschätzung durch Arzt und Patient besserte sich unter beiden Medikationen vergleichbar. Mit 12,5 mg Rofecoxib wurde dagegen nur bei den Parametern der globalen Krankheitseinschätzung eine signifikante Besserung erzielt. Die Verträglichkeit aller drei aktiven Medikationen war gut, die Nebenwirkungsraten waren vergleichbar.
Auch bei Schmerzen anderer Genese scheint der COX-2-Hemmer wirksam zu sein.
In zwei US-Studien erhielten 690 Patienten mit nicht radikulär bedingten chronischen Rückenschmerzen vier Wochen lang entweder Placebo oder Rofecoxib in einer Dosis von 25 mg oder 50 mg täglich. Schmerzen bestanden im Durchschnitt aller Fälle seit zwölf Jahren.
Unter Rofecoxib gaben die Patienten eine signifikante Schmerzlinderung innerhalb eines Tages an. Die Schmerzen und die dadurch bedingte Beeinträchtigung besserten sich um mindestens 50 Prozent. Zwischen der 25-mg- und der 50-mg-Dosis zeigten sich keine Unterschiede hinsichtlich der Wirksamkeit, allerdings waren 25 mg etwas besser verträglich.
Zwei weitere Studien belegen die Wirksamkeit des COX-2-Inhibitors bei akuten Schmerzen, für die das Medikament in den USA bereits zugelassen ist, in Deutschland jedoch noch nicht. Im Rahmen eines dentalchirurgischen Eingriffs zur Extraktion von mehr als zwei Molaren erhielten in zwei vergleichbaren Studien 390 beziehungsweise 393 Patienten entweder 50 mg Rofecoxib oder eine Kombination aus Codein und Paracetamol (60 mg/600 mg).
In beiden Studien gaben signifikant mehr Patienten eine gute bis hervorragende Wirkung unter Rofecoxib an als unter dem Kombinationspräparat. Eine vollständige Schmerzbefreiung erlebten ebenfalls mehr Rofecoxib-Patienten, zusätzliche Schmerzmittel innerhalb der ersten 24 Stunden nach Zahnextraktion waren seltener nötig. Die Verträglichkeit des COX-2-Hemmers war besser, unter Paracetamol/Codein klagten mehr Patienten über Übelkeit und Erbrechen.
Dr. med. Julia Rautenstrauch
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema