ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2002Schadenregulierung: Letzte Rettung Verkehrsopferhilfe

Versicherungen

Schadenregulierung: Letzte Rettung Verkehrsopferhilfe

Dtsch Arztebl 2002; 99(10): [94]

Combach, Rolf

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Wer durch ein Kraftfahrzeug geschädigt wird, das entgegen den gesetzlichen Vorschriften nicht haftpflichtversichert oder das wegen Fahrerflucht nicht zu ermitteln ist, kann sich zur Schadenregulierung an die Verkehrsopferhilfe, Glockengießerwall 1, Hamburg, Telefon: 0 40/30 18 00, wenden. Dies gilt auch für Personen- und Sachschäden des Geschädigten, wenn der Unfall mit dem Kraftfahrzeug vorsätzlich herbeigeführt wurde und die Versicherung des Schädigers deshalb nicht zu zahlen braucht.
Die Verkehrsopferhilfe – eine Einrichtung der deutschen Autoversicherungen – zahlt, als wäre der Schuldige mit den gesetzlichen Deckungssummen (2,5 Millionen € für Personenschäden, 500 000 € für Sachschäden) versichert. Sie darf allerdings nur dann eintreten, wenn der Geschädigte anderweitig (Privatvermögen des Schädigers, Vollkaskoversicherung oder ähnliches) keinen Ersatz erhalten kann.
Bei Unfällen mit Fahrerflucht gilt: Schäden am Auto und die damit verbundenen Folgekosten wie Mietwagen oder Abschleppkosten werden nicht ersetzt; bei sonstigen Sachschäden (Kleidung, Ladung, Gepäck) werden die Kosten erstattet, die über 500 € hinausgehen. Wurden Personen verletzt oder getötet, zahlt die Verkehrsopferhilfe bis zu 2,5 Millionen €. Dabei kann Schmerzensgeld aller-dings nur bei besonders schweren Verletzungen beansprucht werden, die zu erheblichen Dauerschäden führen. Auf die Leistungen dieser Hilfseinrichtung besteht ein Rechtsanspruch.
Etwa 2 000 Entschädigungsanträge werden jährlich gestellt. Davon entfallen rund 60 Prozent auf Fahrerfluchtfälle. Die Aufwendungen für die Entschädigungsleistungen der Verkehrsopferhilfe, im Jahre 2001 waren es mehr als 7,2 Millionen DM (Vorjahr: 8,7 Millionen DM), tragen die deutschen Autoversicherungen. Rolf Combach
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