ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2002Die Famulatur: (gewagt frei nach Goethe)

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Die Famulatur: (gewagt frei nach Goethe)

Dtsch Arztebl 2002; 99(11): [108]

Render, Ulf-Maria

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LNSLNS Edel sei der Arzt, hilfreich und gut!
Er zapfe nur aus den Venen Blut!
Auf dass er im ersten Anhieb es schafft!
Schäumenden sprudelnden Lebenssaft,
Und immer wieder: venöses Blut!
Edel sei der Arzt, hilfreich und gut!

Es lernen muss erst noch der Famulant,
er muss lernen!
Wann er es lernt, steht in den Sternen . . .
„Ich zeig’ es dir, du machst’s nach wie ein Ara!
Halt! So nicht! Die Nadel liegt para!
Flacher im Winkel! Nicht so flach!“
Weh den Patienten und noch mehr Ach!
Es lernen muss erst noch der Famulant, er muss lernen!
Wann er es lernt, steht in den Sternen . . .

Die hohe Kunst der Anamnese
gleicht ein wenig der Elektrophorese.
„Komm her, ich zeig’s dir, du brauchst mir zu lange.
So lang, wie du brauchst, da wird mir ja bange!“
Wie, oberflächlich? Das heißt ,orientierend‘!
Kritisieren mich? Als Famulus sei schleimig und schmierend!“
Die hohe Kunst der Anamnese –
Elektrophorese oder alles Käse?
Die Palpation, ein wichtiges Mittel,
wichtiger noch als ein weißer Kittel!
Man drücke vorn, und man drücke hinten
und frag’ den Patienten nach seinem Befinden.
„Halt, wo drückst du denn? Da ist keine Milz!
Drück nicht so fest, dass die Leber schmilzt!
Nicht unter den Bogen! Dort ist die Lunge!
Drück nicht so sachte! Junge, Junge!“
Die Palpation, ein wichtiges Mittel,
nach Famulaturen beherrscht man ein Drittel.

Auskultation und Perkussion –
ja seit dem Altertum wichtig schon!
„Wo ist das Erbsche Pünktlein,
du Lusche?
Geh weg! Sieh zu!
Nicht ins Handwerk mir pfusche!
Ich höre nichts!
So kann man nicht klopfen!
Hau lockerer drauf,
du armer Tropfen!“
Perkussion und Auskultation –
Famulaturen:
kein Geld und Arbeit in Fron.
Ulf-Maria Render
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