ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2002Antihistaminika: Wirkstoff Ebastin ohne sedierenden Effekt

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Antihistaminika: Wirkstoff Ebastin ohne sedierenden Effekt

Fath, Roland

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LNSLNS Seit Anfang März steht in Deutschland mit Ebastel® (Wirkstoff Ebastin) ein neues Antihistaminikum der zweiten Generation zur Verfügung. Das Präparat, zugelassen für die Indikationen allergische Rhinitis und Urtikaria, ist bei täglicher Einmalgabe über 24 Stunden wirksam. Sedierende Effekte treten nicht auf, hieß es bei der Pressekonferenz der Firma Bayer Vital in Frankfurt/ Main.
Eine systemische Therapie mit Antihistaminika sei bei den meisten Patienten mit saisonaler oder ganzjähriger allergischer Rhinitis zu empfehlen, sagte Prof. Ludger Klimek (Wiesbaden). Ebastin habe ein breites Wirkungsspektrum und bessere nicht nur die Symptome Niesen, Juckreiz, Konjunktivitis und Rhinorrhoe, sondern auch die Nasenobstruktion. In vitro und in vivo sei nachgewiesen, dass die Substanz auch antiinflammatorische Effekte habe und etwa die Freisetzung von Leukotrienen und Prostaglandinen hemme.
Die Wirkung der Standarddosierung von 10 mg Ebastin täglich entspricht etwa der von anderen Antihistaminika der zweiten Generation. In zwei Vergleichsstudien – bei Patienten mit saisonaler und ganzjähriger allergischer Rhinitis – hat die Substanz nasale Symptome signifikant stärker gebessert als 10 mg Loratadin. Bei einer Dosiserhöhung auf 20 mg Ebastin ergibt sich den Studien zufolge ein Trend zu einer noch besseren Wirksamkeit.
Das Nebenwirkungsprofil der Substanz sei sehr gut, sagte Klimik. Selbst bei einer Dosis bis zu 30 mg täglich sei keine Sedierung beobachtet worden. Andere Nebenwirkungen liegen den Studien zufolge im Bereich von Placebo.
Eine lokale Therapie mit DNCG/Nedocromil werde heute nur noch bei Rhinitis-Patienten mit geringen Symptomen ohne Entzündungszeichen empfohlen, so der Allergologe weiter. Bei etwa zwei Dritteln seiner Patienten komme er mit einer Behandlung mit systemischen Antihistaminika aus. Bei Patienten mit starker Nasenobstruktion und starken Entzündungszeichen sei eine Kombination mit topischen Steroiden indiziert.
Einen wichtigen Tipp für die Praxis gab Prof. Johannes Ring (München): „Raten Sie Ihren Patienten mit allergischer Rhinitis, sich abends die Haare zu waschen. Sonst haben die Patienten die ganze Nacht Kontakt zu Allergenen im Haar.“ Roland Fath
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