ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSSUPPLEMENT: Praxis Computer 1/2002CeBIT 2002, Hannover, 13. bis 20. März: Mobile Multimedia vor dem Start

SUPPLEMENT: Praxis Computer

CeBIT 2002, Hannover, 13. bis 20. März: Mobile Multimedia vor dem Start

Dtsch Arztebl 2002; 99(11): [2]

Krüger-Brand, Heike E.

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Biometrisches System zur Handschriftenerkennung: Der Computer analysiert die Geschwindigkeit des Schreibens und die Beschleunigung und vergleicht diese mit Kontrolldaten. Die Handschrifterkennung lässt sich mit berührungssensitiven PDAs, Touchscreens und Grafiktabletts realisieren. Fraunhofer Institut Integrierte Publikations- und Informationssysteme (IPSI), Darmstadt (Halle 11, A10)
Biometrisches System zur Handschriftenerkennung: Der Computer analysiert die Geschwindigkeit des Schreibens und die Beschleunigung und vergleicht diese mit Kontrolldaten. Die Handschrifterkennung lässt sich mit berührungssensitiven PDAs, Touchscreens und Grafiktabletts realisieren. Fraunhofer Institut Integrierte Publikations- und Informationssysteme (IPSI), Darmstadt (Halle 11, A10)
Ausstellungsschwerpunkte der Computermesse sind in diesem Jahr die drahtlose Datenübertragung, Handhelds, mobile Dienste und Lösungen für die IT-Sicherheit.
Die CeBIT präsentiert sich in einer neuen Struktur, die übersichtlicher und besucherfreundlicher sein soll. Künftig ist die Messe in drei – räumlich besser aufeinander abgestimmte – Kernbereiche unterteilt: Die nördlichen Hallen sind der „Informationstechnologie“ vorbehalten, die östlichen widmen sich dem Bereich „Software, Internet Services & Solutions“ und die südwestlichen dem Bereich „Telekommunikation & Netzwerke“.
Die Mobilfunkindustrie kämpft mit einem sinkenden Absatz von Handys – Experten rechnen für 2002 mit einem Umsatzrückgang von 25 Prozent. In der Branche stehen jedoch einige viel versprechende Produkteinführungen bevor. Hierzu gehören GPRS-(General Packet Radio Service-)taugliche Endgeräte und die Vorstellung des japanischen Erfolgsdienstes „i-Mode“ für den europäischen Markt. Einen Aufschwung verspricht sich die Branche auch von der Ende 2001 geschlossenen Übereinkunft für die Gründung eines weltweit offenen Marktes für mobile Dienste und Software. Dem Verbund haben sich die führenden Unternehmen der Branche angeschlossen, darunter AT & T Wireless, Vodafone, Fujitsu, NEC, Nokia, Samsung, Siemens, Sony Ericsson und Symbian. Ziel ist es, weltweit kompatible breitbandig geführte Dienste, etwa für Multimedia-Anwendungen und für den mobilen Internet-Zugang, unter Einbindung der GSM/GPRS-Netze und den Mobilfunknetzen der dritten Generation (UMTS) zu ermöglichen. Einheitliche Standards sollen dazu führen, dass die Anzahl konkurrenzfähiger Endgeräte und Dienste wächst und das Branchenwachstum angekurbelt wird. Sechs UMTS-Anwendungen testet zum Beispiel T-Mobile, die Mobilfunk-Tochter der Deutschen Telekom AG, zurzeit in Feldversuchen: City on Air (Location Based Services), Multimedia Messaging, animiertes Chatten, Videosequenzen, Spiele und Multimedia Shopping.
Der „Origami“ läuft unter Windows XP Embedded, verfügt über ein vier Zoll großes TFT-LCD-Display mit Touchscreen- Unterstützung und eine Bluetooth Compact Flash Card. National Semiconductor GmbH, Fürstenfeldbruck (Halle 1/5c8)
Der „Origami“ läuft unter Windows XP Embedded, verfügt über ein vier Zoll großes TFT-LCD-Display mit Touchscreen- Unterstützung und eine Bluetooth Compact Flash Card. National Semiconductor GmbH, Fürstenfeldbruck (Halle 1/5c8)
Drahtlose Lösungen
Mobilität ist auch das Stichwort für die zunehmende Kabelfreiheit der PC-Peripherie, wie zum Beispiel Drucker, Tastaturen, Scanner, Notebooks und Digitalkameras. So können mit der Kurzstreckenfunktechnik Bluetooth Daten in einem Umkreis von zehn Metern – künftig bis zu maximal 100 Metern – übertragen werden. Das Angebot an Bluetooth-kompatiblen Geräten wächst ständig. Eine Alternative ist die Funkverbindung über Funk-Netzwerk-Lösungen, die auf dem „WiFi“-Standard (Wireless Fidelity; auch IEEE 802.11) der Wireless Ethernet Compatibility Alliance beruhen. Dieser überbrückt bereits heute Distanzen von 30 bis 50 Metern innerhalb eines Gebäudes und reicht im Freien bis zu 550 Metern weit. Damit lassen sich Datenpakete mit einer Geschwindigkeit von bis zu elf Mbit/Sekunde übertragen. In den USA wurde mit „Wi-Fi 5“ Ende 2001 bereits der Nachfolger dieser Spezifikation vorgestellt, der fünfmal schnellere Übertragungsraten ermöglichen soll.
Die Grenzen zwischen Handy und Handheld werden durchlässiger: Zunehmend mehr Geräte sind erhältlich, die neben PDA-Funktionen auch den drahtlosen Netzzugang und die Mobiltelefonie (GSM/GPRS) bieten. Beispiele hierfür sind der „Treo“ von Handspring, der „Mobile Communicator 9290“ von Nokia und die Jornadas aus der 900er-Serie von Hewlett-Packard. Der von National Semiconductor vorgestellte „Origami“ ist ein „Multitalent“: Der Prototyp, der den Geode SC3200-Prozessor des Unternehmens enthält, vereinigt acht elektronische Geräte in sich: Digitalkamera, Camcorder, Handy, E-Mail und Internet-Terminal, PDA, MP3-Player und Videokonfernez-Funktionen.
IT-Sicherheit
Die Ausgaben für IT-Sicherheit steigen zurzeit jährlich um 25 bis 30 Prozent – mit gutem Grund. So hat sich seit 1998 beispielsweise die Zahl der gemeldeten Sicherheitsvorfälle in den USA von Jahr zu Jahr verdoppelt. Inzwischen haben selbst kleinere Unternehmen die Notwendigkeit erkannt, ihre Daten nach außen abzuschotten. Darüber hinaus wächst mit der Verbreitung von E-Commerce das Interesse an Verschlüsselung und Sicherheitstechnologien, um beispielsweise Kundendaten zu schützen.
Zu typischen Sicherheitsvorfällen gehören Virenattacken, Distributed Denial of Service-(DDoS-)Angriffe, unberechtigter Datenzugriff sowie Datenverlust und -manipulation. Der Aufbau einer Sicherheitsinfrastruktur und -policy betrifft jedoch nicht nur Unternehmen, sondern umfasst auch die nationale Sicherheitspolitik – wie die Erfahrung mit den Terrorangriffen in den USA gezeigt hat. Damals ist das Internet nicht aufgrund gezielter Attacken, sondern infolge Überlastung zeitweise zusammengebrochen. Neben Firewallsystemen und Antivirensoftware werden virtuelle private Netze (VPN) zum Aufbau sicherer Verbindungen zwischen Kommunikationspartnern genutzt.
Der „SID FutureClient“ von Signum Data ist ein lüfterloser PC für Pentium-4-Prozessoren mit 2,2 Gigahertz. Der Rechner erhielt den iF design award 2002. Signum Data electronics, Gerlingen (Halle 25/B 50)
Der „SID FutureClient“ von Signum Data ist ein lüfterloser PC für Pentium-4-Prozessoren mit 2,2 Gigahertz. Der Rechner erhielt den iF design award 2002. Signum Data electronics, Gerlingen (Halle 25/B 50)
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Darüber hinaus gehört zu diesem Bereich der Einsatz kryptographischer und biometrischer Verfahren. Eingesetzt mit multifunktionalen Chipkarten ergeben sich technischen Lösungen, die viele Vorteile bieten: So können Daten dezentral und fälschungssicher gespeichert und mit verschiedenen Sicherheitsstufen geschützt werden. Großer Entwicklungsbedarf besteht bei Sicherheitstechnologien für die drahtlose Kommunikation. Lag der Umsatz hierfür 2001 noch bei 99,6 Millionen US-Dollar in Europa, rechnen Experten bis zum Jahr 2005 mit einer Steigerung auf 793,9 Millionen US-Dollar.
Telefonie und Videokonferenzen über das Internet stehen immer noch am Anfang, was die Verbreitung betrifft. Dennoch gibt es mit H323 inzwischen einen weltweit anerkannten ITU-(International Telecommunication Union-)Standard für die Übertragung im Internet, sodass die Entwicklung neuer Lösungen vorangetrieben wird. Die Firma Cisco etwa zeigt den Einsatz der IP-Telefonie, basierend auf der „Architecture for Voice, Video and Integrated Data“ im Krankenhaus (Halle 13/C58). Heike E. Krüger-Brand

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