ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2002PKV: Abschaffung gefordert

Versicherungen

PKV: Abschaffung gefordert

Dtsch Arztebl 2002; 99(11): [107]

rco

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LNSLNS In einem gesundheitspolitischen Gutachten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sprechen sich die Analysten für eine Abschaffung der privaten Kran­ken­ver­siche­rungen und eine allgemeine Versicherungspflicht aus. Danach soll der Gesetzgeber künftig ein Standardpaket für Kassenleistungen festlegen, welches alle Kassenarten anbieten müssen.
Außerdem dürfen die Kassen keinen Versicherten ablehnen, sodass alle in Deutschland lebenden Menschen zum Abschluss einer Standardversicherung gezwungen seien. Die Wirtschaftsforscher machen sich auch für ein Verbot der Praxis der privaten Kran­ken­ver­siche­rungen stark, wonach der Gesundheitszustand eines Versicherten seinen Tarif bestimmt. Die Kassen sollten festlegen können, wie hoch ihr Beitrag ist und welche zusätzlichen Leistungen sie anbieten. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt (SPD) steht diesem Vorschlag skeptisch gegenüber, da es ihrer Meinung nach fraglich ist, ob angesichts der hohen Kosten für die Familienentlastung eine Systemänderung Sinn macht.
Derzeit sind rund zehn Prozent der Bevölkerung privat versichert. Nach Einschätzung des DIW würde die allgemeine Versicherungspflicht eine Reduzierung des durchschnittlichen Beitragssatzes von 1,2 Prozent möglich machen. rco
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