ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSPraxis Computer 1/2002Websites für Ärzte und Psychologen: Psychoanalytische Ressourcen

Supplement: Praxis Computer

Websites für Ärzte und Psychologen: Psychoanalytische Ressourcen

Dtsch Arztebl 2002; 99(11): [18]

Laszig, Parfen; Rieg, Kathy

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Als Ausgangspunkte für die Recherche bieten sich Portale wie dieses Beispiel unter www.pa.uni-hd.de an.
Als Ausgangspunkte für die Recherche bieten sich Portale wie dieses Beispiel unter www.pa.uni-hd.de an.
Die psychoanalytische Gemeinschaft bietet mit einer Vielzahl von Websites ein inhaltlich facettenreiches Online-Informationsangebot.
Auch die psychoanalytische Gemeinschaft präsentiert sich im Zuge der informationellen Vernetzung im Internet: Psychoanalytiker stellen ihre Verbände und Institute im World Wide Web dar, publizieren Online-Artikel und führen interdisziplinäre Diskussionen via E-Mail bis hin zu psychoanalytischen Online-Kursen durch.
In Zahlen lässt sich die zunehmende Verbreitung folgendermaßen darstellen: Noch vor vier Jahren lieferte die Suchmaschine Hotbot (www.hotbot.lycos.de) zum Stichwort „psychoanalysis“ 21 568 Einträge. Inzwischen kommt die Suchmaschine auf 92 280 Einträge zum selben Stichwort. Der Nutzen dieser Suchmaschinen ist unbestritten, es bleibt jedoch häufig undurchsichtig, auf welcher Basis welche Datenbanken wie durchsucht werden. In Bezug auf den Begriff „psychoanalysis“ kommt beispielsweise die (deutsche) Suchmaschine Google (www.google.de) auf eine weitaus höhere Trefferquote (205 000 Resultate). Bei einer Recherche ist es daher empfehlenswert, mehrere Suchprogramme gleichzeitig – so genannte Meta-Suchmaschinen (zum Beispiel www.meta ger.de) – oder ausgewählte Verweissammlungen und Portale (www.pa.uni-hd.de) zu verwenden.
Sucht man Psychoanalyse-Informationen für bestimmte Länder, kann man auf die Seiten der Internationalen Psychoanalytic Association (www.
ipa.org.uk) oder der Europäischen Psychoanalytischen Föderation (www.epf-eu.org) zugreifen.
Wie die internationalen Vereinigungen bieten inzwischen auch im deutschsprachigen Raum Verbände und psychoanalytisch orientierte Institutionen Informationen im WWW an. Hier ist an erster Stelle die Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie e.V. (DGPT) (www.dgpt.de) zu nennen, die zusätzlich zu Informationen zur Geschichte, Satzung und Adressen der Gesellschaft unter dem Stichwort „Therapie“ Fälle beschreibt und Kosten erläutert. Bei Bedarf las-sen sich anhand der Postleitzahl Online-Listen niedergelassener Psychoanalytiker/innen mit Postadresse, Telefon, Fax und gegebenenfalls E-Mail-Adresse ermitteln.
Neben dem Dachverband sind auch die Deutsche Psychoanalytische Vereinigung (DPV) (www.dpv-psa.de), die Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft (DPG) (www.dpg-psa.de), die Deutsche Gesellschaft für Analytische Psychologie (DGAP) (www.cgjung.de), die Deutsche Gesellschaft für Individualpsychologie e.V. (DGIP) (www.dgip.de) sowie die Mehrzahl der Ausbildungsinstitute im Netz vertreten.
Auf den Seiten dieser Organisationen finden sich Informationen zur theoretischen Ausrichtung, Ausbildungsrichtlinien sowie aktuelle Informationen zur Berufspolitik. Darüber hinaus sind lokale Veranstaltungen und Tagungen abrufbar, und der Nutzer hat, wie beispielsweise bei der DPG, die Möglichkeit zum interaktiven Austausch im virtuellen Chatroom.
Kataloge
Eine umfangreiche Ressourcensammlung in englischer, französischer und deutscher Sprache bietet der Web-Katalog für Psychoanalyse (www.psy-log.com) mit mehr als 1 500 Links zu verschiedenen Themenbereichen wie zum Beispiel:
- Organisationen (Institute, Zentren, Gesellschaften, Vereinigungen, Arbeitskreise, Gemeinschaften, Kliniken),
- Personen (von Abraham bis Winnicott),
- Themen (Kinderpsychoanalyse, Selbstpsychologie, Objektbeziehungstheorie, Ethnopsychoanalyse, Psychoanalyse als Psychotherapie, Individualpsychologie, Traum, Literatur, Kunst, Philosophie, Geschichte der Psychoanalyse, Gruppen, Sexualität, Störungen, Religion, Psychoanalyse und Pädagogik, Feministische Psychoanalyse, Neuropsychoanalyse, Diagnostik, Bindungstheorie),
- Publikationen (Print- und elektronische Journals, Bücher),
- Kommunikation (Mailing-Listen, Newsgroups, Adressenlisten),
- Berufspolitik (Arbeitsangebote, Berufsverbände, Aus- und Weiterbildungsinstitute),
- Internet-Ressourcen (Portale, Suchmaschinen, Links) etc.
Die Website der American Psychoanalytic Association (www.apsa.org)
Die Website der American Psychoanalytic Association (www.apsa.org)
Zeitschriften
Das Zeitschriftenangebot im WWW besteht aus ausschließlich elektronischen und einem Teil der gedruckten Fachzeitschriften. Die „herkömmlichen“ gedruckten Fachzeitschriften bieten vorwiegend Informationsangebote und nur zum Teil Textbeiträge,
wie zum Beispiel die Zeitschrift Psyche (www.psyche.de) oder das Forum der Psychoanalyse (www.link.springer.de/link/service/journals/00451/index.htm). Auf den Websites lassen sich Inhaltsangaben sowie Zusammenfassungen und einzelne Beiträge als Volltextversionen über das Archiv abrufen. Beim Forum der Psychoanalyse kann man sich darüber hinaus per E-Mail-Abonnement das jeweils aktuelle Inhaltsverzeichnis zusenden lassen. Die Zeitschrift Psychotherapie im Dialog (www.thieme.de/pid/index.html) hat zu verschiedenen Themenbereichen, wie Posttraumatische Belastungsstörungen oder Gruppentherapie, kostenfrei Beiträge online gestellt.
Ein Beispiel für eine ausschließliche Online-Zeitschrift sind die Berliner Blätter (www.bbpp.de) von Gerd Böttcher. Hier werden zusätzlich zu fachspezifischen Nachrichten und Kommentaren Texte zu berufs- und sozialrechtlichen Regelungen für Psychotherapeuten sowie ein umfangreiches Archiv an Artikeln, fachlichen Texten und Berichten aus Tages- und Wochenzeitungen geboten. Aktuelle Nachrichten und Diskussionsbeiträge können per Abonnement der „Newsgroup für Psychotherapeuten“ und der „Newsgroup für Psychoanalytiker/in-
nen“ als Zusammenfassungen per E-Mail angefordert werden.
Für Literaturrecherchen bieten die Datenbanken „Jourlit“ und „Bookrev“ der American Psychoanalytic Association (www.apsa.org) mit mehr als 34 000 Einträgen zu psychoanalytischen Zeitschriftenartikeln, Büchern und Reviews einen großen Datenpool. Im deutschsprachigen Raum gibt es über die Homepage der DPG Zugang zur Buchholz Literaturdatenbank mit Einträgen seit 1986 (auch älteren, seltenen Angaben zu Büchern und Aufsätzen aus dem Umfeld der Psychoanalyse, der Soziologie und der Psychologie) und zur Hartkamp Literaturdatenbank mit mehr als 14 000 Einträgen aus dem Bereich der Psychoanalyse
(www.dpg-psa.de/literframe.html).
Fazit: Die psychoanalytische Gemeinschaft hat ihre virtuellen Fenster in differenzierter und kreativer Weise (international) geöffnet. Der elektronische Einblick hat viele inhaltliche Facetten bis hin zur schulenübergreifenden Kritikdebatte wie bei Burying Freud (www.human-nature.com/freud/index.html). Es bleibt zu hoffen, dass die damit gebotene Information auch außerhalb der psychoanalytischen Gemeinschaft auf Interesse stößt und Anregung zu Diskussionen bietet.
Parfen Laszig, Kathy Rieg
Anschrift für die Verfasser: Dr. Parfen Laszig, Psychologischer Psychotherapeut
(DGPT), Psychosomatische Klinik, Abtei-lung Psychosomatik, Universitätsklinikum Heidelberg, Thibaut Straße 2, 69115 Heidelberg;
E-Mail: parfen_laszig@med.uni-
heidelberg.de, kathy_rieg@med.uni-
heidelberg.de, Internet: www.laszig.uni-hd.de
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