ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2002Gesundheitstelematik: Krefelder Memorandum

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Gesundheitstelematik: Krefelder Memorandum

Dtsch Arztebl 2002; 99(12): A-745 / B-609 / C-569

Krüger-Brand, Heike E.

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LNSLNS Das Potenzial der Informations- und Kommunikationstechnologien für die Modernisierung des Gesundheitswesens ist unumstritten, insbesondere im Hinblick auf eine einrichtungsübergreifende kooperative Gesundheitsversorgung. Seit langem sind auch die Hindernisse für eine breite Einführung von Gesundheitstelematik bekannt: fehlende Standards, fehlende Vernetzung von Arztpraxen und Krankenhäusern, Finanzierungs- und Investitionsprobleme, ungelöste rechtliche und organisatorische Fragen.
Jetzt endlich scheinen die Bemühungen um eine einheitliche Telematikplattform auf der Grundlage von Standards und offenen Spezifikationen voranzukommen. Anlässlich des Kongresses E-Health 2002 in Bonn hat Birgit Fischer, Ministerin für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit des Landes Nordrhein-Westfalen, das „Krefelder Memorandum“ vorgestellt. Darin verpflichten sich Vertreter aus Industrie und Forschung sowie Einrichtungen des Gesundheitswesens dazu, Standards zu fördern und interoperable, sichere Verfahren zur Dokumentation, Kommunikation, Verarbeitung und Archivierung von Gesundheitsdaten zu entwickeln. Die Mitglieder der Initiative wollen künftig ausschließlich offene Standards und Strukturen unter Berücksichtigung internationaler Entwicklungen einsetzen, ihre Spezifikationen offen legen und Open-Source-Software verwenden. Ziel ist es, dadurch die Planungs- und Investitionssicherheit für Anwender und Hersteller zu erhöhen. Damit würde die EDV-technische Kommunikation zwischen niedergelassenen und Krankenhausärzten wesentlich einfacher, als dies zurzeit der Fall ist. Sollte die Initiative erfolgreich sein, lässt sich zu Recht von einem „Meilenstein für die Gesundheitstelematik-Entwicklung“ (Fischer) sprechen.
Zu den Unterzeichnern des Memorandums gehören unter anderem der Verband Deutscher Arztpraxissoftwarehersteller, der Verband der Hersteller von IT-Lösungen für das Gesundheitswesen, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, die Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe sowie die Unternehmen GWI, GesundheitScout 24, ThyssenKrupp und Siemens.
Heike E. Krüger-Brand
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