ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2002Alkoholsucht: Eckpunkte beschlossen

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Alkoholsucht: Eckpunkte beschlossen

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LNSLNS Ärzte stärker in Suchtprävention einbinden
Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 40 000 Menschen an den Folgen von Alkoholmissbrauch. Diese alarmierende Zahl sei Grund genug, das Hilfesystem zu überprüfen, erklärte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk, in Berlin. Deutschland verfüge über ein gutes flächendeckendes Beratungs- und Behandlungsnetz für Alkoholabhängige. „Leider werden diese Angebote nur von wenigen und erst viel zu spät genutzt“, beklagte Caspers-Merk. Auch stünden die vorhandenen Therapieeinrichtungen nur Alkoholkranken zur Verfügung. Nicht erreicht würden Risikogruppen mit einem schädlichen oder riskanten Alkoholgebrauch.
Mit den „Berliner Eckpunkten zur Verbesserung der Therapie bei Alkoholproblemen“ soll diesen Problemen begegnet werden. Die im Rahmen der Frühjahrstagung der Drogenbeauftragten verabschiedete Erklärung verdeutlicht, dass wohnortnahe Angebote der Früherkennung und Frühintervention fehlen. Hier böten sich niedergelassene Arztpraxen an, die über 80 Prozent der Betroffenen erreichen.
Caspers-Merk wies darauf hin, dass in Kooperation mit der Bundes­ärzte­kammer ein Handlungsleitfaden zur Früherkennung und Frühintervention bei Alkoholerkrankungen erstellt wurde, der in verschiedenen Ärztekammerbezirken erprobt werden soll. Außerdem kündigte die Drogenbeauftragte an, dass die Bundesregierung bei ihren Präventionsmaßnahmen verstärkt die legale Volksdroge Alkohol ins Visier nehmen will.
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