ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2002Hilfe bei Flügen: Vergütung vergessen

BRIEFE

Hilfe bei Flügen: Vergütung vergessen

Dtsch Arztebl 2002; 99(12): A-774 / B-636 / C-595

Kmoth, Christian

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Na also, da haben wir ja wieder das alte Problem: Ärzte sind für alles verantwortlich, aber bitte schön immer hübsch ehrenamtlich. Man kann sich gut vorstellen, in einem Flugzeug einer arabischen Airline einen Behandlungsfehler zu begehen, dafür angeklagt zu werden und dann nach islamischem Recht verurteilt zu werden, Auge um Auge . . .
Hat schon mal einer darüber nachgedacht, dass ärztliche Leistungen eigentlich weltweit vergütet werden? Ich selbst habe schon auf einem Air-France-Flug mitten über Afrika eine völlig hysterische Frau mit Diazepam i.v. ruhig stellen müssen und durfte sie dafür die restlichen fünf Flugstunden überwachen.
Auf einem Nachtrückflug mit Condor aus der Karibik durfte ich einen Patienten mit Sepsis bei Kniegelenksemphysem über elf Stunden betreuen, inklusive Infusionstherapie, Analgesie und i.v. Antibiose. Der Dank der Airline in beiden Fällen: ein Händedruck und ein Abliefern meiner Personalien (nicht für Entlohnung, sondern für eventuelle Regresse). Da tröstet es, wenn man laut Lufthansa seinen eigenen Arztkoffer (wissen die eigentlich, was so etwas kostet?) mit an Bord schleppen darf, natürlich nur in Bordcase-Größe. Ich jedenfalls bleibe in Zukunft wohl inkognito, wenngleich das im Notfall wohl ebenfalls wieder
gerichtliche Folgen haben kann.
Dr. med. Christian Kmoth, Evangelisches Krankenhaus,
Postfach 15 40, 59525 Lippstadt
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige