ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2002Spezielle Variante: Dread-Disease-Policen nicht zu empfehlen

Versicherungen

Spezielle Variante: Dread-Disease-Policen nicht zu empfehlen

Dtsch Arztebl 2002; 99(12): [99]

Metzger, Oskar

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LNSLNS Krankheiten, die von den Menschen besonders gefürchtet werden wie Krebs, Aids, multiple Sklerose, Herzinfarkt oder Schlaganfall werden im Englischen als „dread diseases“ bezeichnet. Auch eine spezielle Variante der Lebensversicherung trägt diesen Namen.
Die Dread-Disease-Police, im Kombipack mit Risiko- oder Kapitallebensversicherung erhältlich, zahlt bereits bei Eintritt einer schweren Krankheit den vertraglich vereinbarten Betrag. Vorausgesetzt, der Versicherte ist so schwer krank, wie es die Versicherungsbedingungen definieren. Allerdings ist es bei einigen Gesellschaften „weniger tragisch“, wenn beispielsweise „nur“ eine Niere versagt. Ohnehin sind in den Dread-Disease-Policen meistens nur weniger als 20 schwere Krankheiten erfasst.
Geeigneter als eine Dread-Disease-Police ist deshalb in der Regel eine Berufsunfähigkeitspolice (BU-Police), die eine monatliche Rente zahlt, wenn jemand durch Krankheit oder Unfall beruflich aus der Bahn geworfen wird. Darauf macht die Stiftung Warentest aufmerksam. Die Krankheitsursache ist bei einer BU-Police nicht von Belang. Gekoppelt mit einer Risikolebensversicherung, ist die BU-Police zudem günstiger. Die Angehörigen sind damit zusätzlich noch für den Todesfall abgesichert.
Dagegen fließt bei der Kombination Dread-Disease-Police plus Risikolebensversicherung das Geld in der Regel entweder bei schwerer Krankheit oder im Todesfall. Hat der Arzt eine der gefürchteten und zugleich versicherten Krankheiten wie zum Beispiel Krebs oder Aids diagnostiziert, erhält der Kranke die vereinbarte Summe samt Überschüssen. Aber das ist dann auch schon alles. Eine neue Risikopolice für den Schwerkranken zu finden dürfte ein Ding der Unmöglichkeit sein. Nach diesem Entweder-oder-Prinzip verfahren fast alle Anbieter von Dread-Disease-Versicherungen. Nur bei sehr wenigen bleibt der Hinterbliebenenschutz auch dann erhalten, nachdem der Erkrankte über den vereinbarten Betrag verfügen kann.
Mehr Informationen über Dread-Disease-Versicherungen können über das Internet abgerufen werden: www.stiftung-wa rentest.de oder
www.klipp-und-klar.de. Oskar Metzger
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