BÜCHER

Ärztin und Beruf

Dtsch Arztebl 2002; 99(12): A-775 / B-637 / C-550

Ellermann, Bernd; Juvan, Gabriele

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Ratgeber
Eine Ermutigung für Ärztinnen

Gabriele Juvan, Bernd Ellermann: Ärztin und Beruf. Hindernisse überwinden – Karrierechancen nutzen. Reihe: Arzt & Wirtschaft Bibliothek. Ecomed Verlagsgesellschaft, Landsberg, 2001, Paperback, 144 Seiten, Format 12,5 × 18,5 cm, 16 €
Seit 100 Jahren sind in Deutschland Frauen als Ärztinnen tätig; jetzt wird ein Resümee gezogen. Es sieht nicht gut aus: Um anerkannt zu werden, müssen Frauen in diesem Beruf mehr arbeiten als Männer, und versteckte Diskriminierung ist immer noch an der Tagesordnung. Trotzdem rangiert der Berufswunsch „Ärztin“ bei Mädchen an zweiter Stelle der Traumberufe, wogegen Jungen sich vorzugsweise anderen Gebieten zuwenden.
Was auf Ärztinnen zukommt, wird in diesem Buch behandelt. Doch nicht allein im Beruf, sondern auch als Hausfrau und Mutter haben sie Pflichten, und oft bleibt eine mögliche Karriere auf der Strecke. In leitenden Stellungen dominieren daher die männlichen Kollegen. Im Lauf der Berufsjahre scheiden immer mehr Frauen aus; jede vierte Ärztin bleibt nicht bis zum Rentenalter im Beruf.
Es werden Tipps gegeben, um Diskriminierungen zu überwinden, Hausarbeit und Kinderbetreuung zu delegieren, am Arbeitsplatz Konflikte zu bewältigen und diesen eventuell mit einer Kollegin zu teilen. Besonders wird auf die Unternehmensführung durch Frauen eingegangen, die im Kleinbetrieb Arztpraxis bessere Chancen als Männer haben, vor allem durch Zuwendung zum Patienten, Organisationstalent und ausgleichendes Wesen.
Alternativen zu Klinik und Praxis werden aufgezeigt; ein Kapitel ist der Aus- und Weiterbildung im Ausland gewidmet, andere Kapitel beschäftigen sich mit Finanz- und Versicherungsangelegenheiten. Ein Verzeichnis wichtiger Adressen und Literaturhinweise schließen sich an.
Das Buch ermutigt Frauen und zeigt, wie Hindernisse trotz des patriarchalisch angelegten Gesundheitssystems bewältigt werden können. Politik und Gesellschaft sind gefordert, neue Wege zu finden. Denn „die Stunde der Ärztinnen hat geschlagen“, da zurzeit bei den Patienten nicht nur technisches und wissenschaftliches Know-how, sondern vor allem menschliche Qualitäten gefragt sind.
Maja Rehbein
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