ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2002Alexander-Projekt: Resistenzen nehmen weltweit zu

AKTUELL: Akut

Alexander-Projekt: Resistenzen nehmen weltweit zu

Dtsch Arztebl 2002; 99(13): A-817 / B-677 / C-633

Richter, Eva A.

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LNSLNS Weltweit nimmt die Antibiotikaresistenz zu, und zwar besonders bei Beta-Laktam-Antibiotika und Makroliden. Dies belegt das Alexander-Projekt, das seit zehn Jahren mit der Unterstützung von Glaxo SmithKline Daten zur Resistenzsituation aus 77 Zentren in 23 Ländern liefert. In vielen europäischen Ländern beobachtet man gerade in den letzten Jahren eine deutliche Zunahme der Antibiotikaresistenz bei Pneumokokken. Die höchste Rate der Penicillinresistenz fand sich in dieser Studie jedoch mit mehr als 70 Prozent in Hongkong. Aber auch in den Vereinigten Staaten sind mehr als 30 Prozent der Pneumokokken-Stämme nicht mehr empfindlich für Penicillin. Bereits Ende der 80er-Jahre wurde die Penicillinresistenz von Pneumokokken ein Problem von internationaler Bedeutung. Neben Ungarn weisen auch die Länder Ost- und Südwesteuropas, wie Spanien (45 Prozent) und Frankreich, hohe Resistenzraten auf. Kaum Resistenzen sind bisher weltweit bei Pneumokokken, Haemophilus influenzae, Moraxella catarrhalis gegenüber Amoxicillin-Clavulansäure aufgetreten. Die global sich verändernde Resistenzsituation will die WHO länderübergreifend angehen. Die Bevölkerung soll sensibilisiert werden, vorsichtig mit Antibiotika umzugehen.

Auch in Deutschland hat die Antibiotikaresistenz bei Penicillin G und den Makroliden in den letzten Jahren zugenommen. Hochgradige Penicillinresistenz sowie Multiresistenz bleiben jedoch die Ausnahme. Dies bestätigten auch die Daten verschiedener bundesweiter Studien des Nationalen Referenzzentrums für Streptokokken in Aachen. Es berichtet von Resistenzzahlen von 20 bis 30 Prozent bei Makroliden (beispielsweise Erythromycin). Dabei bestehe ein eindeutiger Zusammenhang zwischen dem übermäßigen Einsatz von Makroliden und der Resistenzentwicklung, erklärt Dr. Ralf René Reinert vom Nationalen Referenzzentrum (Aachen).

Bei invasiven Infektionen von Kindern betrugen die Resistenzraten für Erythromycin im Jahr 2000 mehr als 28 Prozent, bei Erwachsenen 17 Prozent. Die Rate der penicillinresistenten Stämme liegt in den deutschen Studien bei etwa fünf bis zehn Prozent. Bei einer Untersuchung zur Antibiotikaresistenz von Pneumokokken bei Atemwegsinfektionen betrug der Anteil der penicillinresistenten Stämme etwa sieben Prozent. Gegenüber Clarithromycin zeigten sich fast elf Prozent der Stämme unempfindlich. In einigen Regionen findet man bei Atemwegsinfektionen jedoch mehr als 25 Prozent resistente Stämme. Dr. med. Eva A. Richter
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