ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2002Stammzellen: Bedenklich

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Stammzellen: Bedenklich

El-Radhi, F.

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LNSLNS Egal, wie man das Ja-Wort zum Import von Stammzellen durch den Bundestag Ende Januar 2002, und mit welcher semantischen Virtuosität auch immer, dreht und wendet, bedeutet das Extrahieren und Experimentieren von embryonalen Stammzellen das Manipulieren werdenden Lebens oder gar dessen mutwillige Zerstörung. Dies ist höchst bedenklich, um nicht zu sagen moralisch absolut verwerflich. Macht sich der Deutsche Bundestag die Sache nicht zu leicht, indem die deutschen Abgeordneten den Import billigen, aber die Herstellung von solchen Zellen in deutschen Laboratorien missbilligen und so ihr Gewissen beruhigen? Viele Politiker und technikversessene Ärzte begründen diese Entscheidung mit dem Argument, dass man nicht abseits der wissenschaftlichen Entwicklung stehen dürfe. Aber wissen nicht gerade die Deutschen mit der unrühmlichen Euthanasie der Nazizeit, wohin blinder Eifer von desensibilisierten Forschern, zumal mit monetären Überlegungen verbunden, führen kann, nämlich in die Selektion von menschlichen Superkreaturen wie in den Menschenparks à la Sloterdijk? . . .
Dr. med. F. El-Radhi, Gutachterstelle der LVA Rheinland-Pfalz, Breite Straße 12, 56626 Andernach
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