ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2002Mercedes-E-Klasse: Ein Auto, das mitdenkt

VARIA: Auto und Verkehr

Mercedes-E-Klasse: Ein Auto, das mitdenkt

Dtsch Arztebl 2002; 99(13): A-869 / B-721 / C-675

Rabbata, Samir

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Die neue E-Klasse wirkt dynamischer und kraftvoller als ihr Vorgänger. Werkfotos
Die neue E-Klasse wirkt dynamischer und kraftvoller als ihr Vorgänger. Werkfotos
Daimler-Benz setzt mit der neuen E-Klasse Maßstäbe in Design, Technik und Sicherheit.

Wer sagt, dass Intelligenz allein dem Menschen vorbehalten ist? Sind nicht auch Tiere, Pflanzen oder gar Autositze in der Lage zu denken? Mercedes-Benz will mit seiner neuen E-Klasse nahe legen, dass zumindest Letzteres zutrifft. Als „ersten Sitz, der mitdenken kann“ bezeichnen die Stuttgarter Autobauer den fahrdynamischen Multikontursitz. In Abhängigkeit von Lenkwinkel und Querbeschleunigung wird der Seitenhalt nur dann aufgebaut, wenn er benötigt wird. Bei soviel Zuwendung werden auch Langstrecken von mehreren Hundert Kilometern erträglich.
Eine „fühlende“ Bremse
Auch sonst wartet die neue E-Klasse bei Fahrdynamik, Fahrzeugsicherheit und Komfort mit vielen Innovationen auf. Beim Design setzen die Entwickler auf Altbewährtes, betonen aber stärker den dynamischen Charakter der Limousine. Das markante Vier-Augen-Gesicht zeigt sich mit leicht schräg gestellten Doppelscheinwerfern und Klarglas-Optik. Sportlich ist nicht nur das Aussehen des neuen Mercedes. Beim Fahren spürt man den Unterschied zum komfortablen, aber nicht unbedingt spritzigen Vorgänger. Das „Airmatic Dual Control“ löst den bisherigen Konflikt bei der Fahrwerksabstimmung zwischen perfektem Komfort und hoher Fahrdynamik. Denn die sportliche Federung kann bei Bedarf zu oder abgeschaltet werden.
Neben den „mitdenkenden“ Sitzen weisen auch die Bremsen menschliche Züge auf. Serienmäßig bietet die E-Klasse die elektrohydraulische Bremse Sensotronic Brake Control. Diese sei die erste Bremse, „die fühlen kann“. Der Bremswunsch des Fahrers wird elektronisch an einen Mikro-Computer übertragen, der zugleich verschiedene Sensordaten über den aktuellen Fahrzustand verarbeitet und daraufhin für jedes Rad den optimalen Bremsdruck berechnet und dosiert.
Seit Markteinführung am 16. März stehen fünf Motoren zur Auswahl: Drei kraftvolle Benzinmotoren mit einem Leistungsspektrum von 130 kW/177 PS bis 225 kW/306 PS sowie zwei weiterentwickelte Common-Rail-Dieselmotoren mit einer Leistung von 110 kW/150 PS bis 130 kW/177 PS. Zu einem späteren Zeitpunkt wird die Motorenpalette durch ein neues Vierzylinder-Benzintriebwerk mit Kompressor sowie weitere CDI-Motoren mit vier, sechs und acht Zylindern ergänzt. Der Kraftstoffverbrauch bewegt sich je nach Motorenleistung zwischen 6,3 Liter pro 100 Kilometer beim E 220 CDI und 11,5 Liter beim E 500.
Bei
Die Instrumententafel ist schalldicht konstruiert, sodass Motorengeräusche absorbiert werden.
Die Instrumententafel ist schalldicht konstruiert, sodass Motorengeräusche absorbiert werden.
der Entwicklung des Innenraums orientierten sich die Konstrukteure an dem Gardemaß des „95-Prozent-Mannes“ des Jahres 2005, dessen Körperhöhe den heutigen Durchschnittswert deutlich überragt. Auf absehbare Zeit muss sich also niemand in der neuen
E-Klasse beengt fühlen. Das Cockpit wirkt aufgeräumt und überschaubar. Drei Rundinstrumente liegen im primären Blickfeld des Fahrers und informieren ihn über Fahrgeschwindigkeit, Motorendrehzahl und Uhrzeit. Zusätzliche Hinweise erhält er über ein zentral im Mittelbereich des Tachometers platziertes Display. Hier erscheinen bei etwaigen Störungen verständliche Informationen und konkrete Handlungshinweise. Die Instrumententafel ist modular aufgebaut, besteht aus einem Ober- und mehreren Unterteilen. Eine Zierleiste aus Edelholz trennt beide Hälften voneinander. Eine Überraschung hält die Mittelkonsole bereit: Per Knopfdruck und mittels eines Elektromotors fährt die Schalterleiste langsam nach oben, um den dahinter platzierten CD-Wechsler bedienen zu können.
Auf unnötige technische Spielereien verzichteten die Konstrukteure weitgehend. Stattdessen erhöhen sinnvolle Raffinessen den Fahrkomfort. So erzeugt die Vier-Zonen-Thermotronic (Wunschausstattung) individuelles Mikroklima in Abhängigkeit von der Sonneneinstrahlung für jeden einzelnen der Passagiere. Über die Luftfeuchtigkeit und den Schadstoffgehalt der Außenluft wacht ein Multifunktionssensor. Übersteigt die Stickoxid- und Kohlenmonoxidkonzentration in der Luft einen bestimmten Wert, wird automatisch in den Umluftmodus geschaltet. Innovativ auch das Audiosystem: Es kann nicht nur Radioprogramme empfangen, Musikkassetten oder CDs abspielen. Es dient auch als Bedienzentrale für eine Reihe anderer Funktionen, wie Telefon, Navigation, E-Mail und Internet. Auch das Autoradio denkt mit und regelt die Lautstärke automatisch im Verhältnis zur Fahrgeschwindigkeit.
Der neue Mercedes setzt wie seine Vorgänger Maßstäbe in der automobilen Oberklasse. Einziger Wermutstropfen: Das Auto ist nicht billig. Der Preis für das Einstiegsmodell E 220 CDI liegt bei 35 264 Euro – knapp 2 000 Euro mehr als der Vorgänger. Der 270 CDI schlägt mit 37 584 Euro zu Buche, während das gegenwärtig kleinste Benziner-Modell, der E 240, ab 36 888 Euro zu haben ist. Das Spitzenmodell
E 500 kostet mindestens 56 492 Euro. Samir Rabbata
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