ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2002Fälschungsaffären: Fälscher aus dem Amt entfernen

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Fälschungsaffären: Fälscher aus dem Amt entfernen

Dtsch Arztebl 2002; 99(14): A-920 / B-773 / C-721

Schacky, Clemens von

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LNSLNS Fälschung von wissenschaftlichen Daten ist kein Kavaliersdelikt, da dabei Schäden an Menschen und Finanzen billigend in Kauf genommen werden. Das Problem besteht in vielen Schattierungen: vom Umformulieren der Hypothese nach dem Experiment bis hin zum reinen Erfinden von Daten. Mit der laxen Haltung der DFG und der noch bedeutend laxeren Haltung der medizinischen Fakultäten wird eine Situation geschaffen, die schlimmer ist als die bei den Olympischen Spielen: Doping (Fälschen) ist zwar offiziell verboten, aber ohne Doping kann kein Athlet (Wissenschaftler) den Wettkampf mehr gewinnen (eine attraktive universitäre Position erreichen). Ohne spürbare Sanktionen wird sich da nichts bessern – im Gegenteil. Es ist unerträglich, dass Fälscher ihre durch Fälschung erworbene ertragreiche berufliche Position behalten können. Dies hat auch in den Entscheidungsgremien der Fakultäten fatale Folgen. Bei großen klinischen Studien gibt es mittlerweile explizite Richtlinien zur Good Clinical Practice, die international harmonisiert wurden. Es ist Zeit, dass wir einen ähnlichen Standard für alle anderen Bereiche der wissenschaftlichen Arbeit entwickeln und durchsetzen. Die DFG muss hier eine führende Rolle übernehmen. Im Dienstrecht muss eine Möglichkeit geschaffen werden, dass Fälscher aus dem Amt entfernt werden können.
Prof. Dr. med. Clemens von Schacky, Klinikum der Universität München, Medizinische Klinik – Innenstadt, Ziemssenstraße 1, 80336 München
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