ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2002Wundheilung und Wundheilungsstörungen: HBO-Therapie unumstritten
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LNSLNS Die umfangreichen Ergebnisse der Forschungen zu den komplizierten Wundheilungsvorgängen werden dankenswerterweise umfassend und zutreffend dargestellt. Es ist aber unklar, warum die auch hier dargestellte Erkenntnis über den kritischen Einfluss der Hypoxie auf die Wundheilungsvorgänge nicht zu Überlegungen führt, wie diesem Umstand abgeholfen werden kann. Nach wie vor müssen vom diabetischen Fußsyndrom betroffene Patienten eine hohe Amputationsrate (major und minor) ertragen.
Die auch in der Cochrane Library und im Diabetes Care geführte Studie der Evidenzklasse 1 von Faglia und Kollegen zeigt eine Reduzierung der Amputationsraten um gut über 70 Prozent bei Wagner Klassen 3 und 4 auf, wenn Sauerstoff unter hyperbaren Bedingungen (HBO, Druckkammermedizin) adjuvant zur Anwendung kommt.
Die auch tierexperimentell gut belegten Effekte der HBO-Therapie auf die Wundheilung (Neoangiogenese, Aktivierung von Makrophagen, Fibroblasten, Osteoklasten und -blasten et cetera) werden nicht von anderen Sauerstofftherapien erzielt. Neue Therapiemethoden sind in der Regel teurer als die HBO und durch Forschungsergebnisse nicht gleichwertig belegt.
Die nach den Kriterien der internationalen Fachverbände für Hyperbarmedizin selektierten Problemwunden (nicht heilend in mehrmonatiger „etablierter“ Therapie) profitieren bei erhaltener oder wiederhergestellter Struktur der großen Gefäße erheblich.

Literatur
Faglia E, Favales F, Aldeghi A, Calia P, Quarantiello A, Oriani G, Michael M, Campagnoli P, Morabito A: Adjunctive systemic hyperbaric oxygen therapy in treatment of severe prevalently ischemic diabetic foot ulcer –
A randomized study – Diabetes Care 1996; 19: 1338– 1343.

Dr. med. Christian Heiden
Nußbaumer Straße 12, 83278 Traunstein

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