ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2002Wundheilung und Wundheilungsstörungen: Schlusswort
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LNSLNS In unserem Beitrag beabsichtigten wir vor allem die Darstellung moderner Konzepte zur Pathophysiologie und Therapie chronischer Wunden. Auf die gleichzeitige Darstellung komplexer adjuvanter Behandlungsverfahren musste in diesem Rahmen leider verzichtet
werden. Wir bedanken uns für die obi-
gen Kommentare, die es nun erlauben auf ergänzende Behandlungsmethoden chronischer Wunden einzugehen. Physikalisch therapeutische Maßnahmen spielen in der ergänzenden Behand-
lung chronischer Wunden, insbesondere
bei zugrunde liegender chronisch venöser Insuffizienz und einem phlebolymphostatischen Ödem, eine wichtige Rolle. Als Therapieform der physikalischen Therapie stellt die manuelle Lymphdrainage ein effektives, wenn auch gleich komplexes Verfahren zur Entstauung der entsprechenden Extremität dar. Die manuelle Lymphdrainage nach Vodder wird je nach Indikation entweder als
Monotherapie oder mit der Kompressionstherapie, der Atemtherapie und
der Bewegungstherapie als kombinier-
te physikalische Entstauungstherapie (KPE) verordnet (1–3). Quantitative Aussagen über den Behandlungserfolg der Lymphdrainage bei Ulcera crura sind in Untersuchungen von Hermann et al. belegt (4). Zahlreiche Studien belegen, dass eine effiziente Wundheilung einer ausreichenden Sauerstoffversorgung bedarf und somit ist prinzipiell eine Sauerstoffzufuhr in das hypoxisch chronische Wundareal sinnvoll. Von einer hyperbaren Sauerstofftherapie profitieren insbesondere Patienten mit arterieller Verschlusskrankheit, bei denen gefäßchirurgische Maßnahmen zur Wiederherstellung der Durchblutung versagt haben oder nicht durchgeführt werden können (5). Wesentliche Einschränkungen dieser Methode zur Behandlung chronischer Wunden sind, dass sie apparativ aufwendig und damit nicht auf breiter Ebene zugängig, kostenintensiv und mit gesundheitlichen Risiken verbunden sind (6).

Literatur
1. Vodder E: Le drainage lymphatiquee, une nouvelle methode therapeutique. Sante pur tous, 1936.
2. Vodder E: Manuelle Lymphdrainage. Deutsche Badebetriebe 1965; 56: 386–388.
3. Vodder E: Die technische Grundlage der Manuellen Lymphdrainage. Physikalische Therapie 1983; 17–23.
4. Hermann H: Fotographische Dokumentation als Wirksamkeitsnachweis der kombinierten Physikalischen Entstauungstherapie in der ambulanten Behandlung von Beinulzera. In: Aktuelle Beiträge zur Manuellen Lymphdrainage, Heidelberg. K. F. Haug 1998; 141–173.
5. Grolman RE, Wilkerson DK, Taylor J, Allinson CP, Zatina MA: Transcutaneous oxygen measurements predict a beneficial response to hyperbaric oxygen therapy in patients with nonhealing wounds and critical limb ischemia. Am Surg 2001; 67: 1072–1079.
6. Tibbles PT, Edelsberg JS: Hyperbaric-oxygen therapy. N Engl J Med 1996; 334: 1642–1648.

Anschrift für die Verfasser:
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Thomas Krieg
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie der Universität zu Köln
Josef-Stelzmann-Straße 9
50924 Köln

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