ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2002Diabeteskomplikationen hochgerechnet

VARIA

Diabeteskomplikationen hochgerechnet

Vetter, Christine

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Was bedeutet es, wenn die HbA1c-Werte der Diabetiker um einen Prozentpunkt besser wären? Was wäre, wenn bei Diabetikern der Blutdruck besser eingestellt wäre, und was, wenn Menschen mit diabetischer Stoffwechsellage generell früher behandelt würden? Diese Fragen, über die sich derzeit nur spekulieren lässt, sollen nun mithilfe eines PC-gestützten „Diabetes Mellitus Modells“ (DMM) berechnet werden können.
Es handelt sich um ein epidemiologisches Software-Modell, das Aventis Pharma durch ein Institut der Auftragsforschung hat entwickeln lassen. Das Modell kann in kurzer Zeit virtuelle Diabetiker-Populationen mit virtuellen Krankengeschichten generieren und über mehrere Jahre verfolgen. Dadurch wird es nach Dr. Eduard Huppertz (Aventis Pharma) möglich, den therapeutischen Nutzen von Diabetespräparaten zu ermitteln, und das auch im Hinblick auf kostenintensive Spätkomplikationen der diabetischen Stoffwechsellage, wie etwa die kardiovaskuläre Ereignisrate, die Hypoglykämierate oder die Mortalität in einer
simulierten Patientenpopulation nach ein bis zehn Jahren.
Zentrales Steuerungselement des DMM ist die unter Alltagsbedingungen erreichbare Qualität der Diabeteseinstellung, und zwar gemessen am HbA1c. Aus den ermittelten Daten können sich nach Prof. Hans Hauner (Deutsches Diabetes Forschungsinstitut, Düsseldorf) wertvolle Informationen zum effektiven Einsatz der verfügbaren Ressourcen ergeben, die auch für Entscheidungsträger im Gesundheitswesen von Interesse sein dürften. Christine Vetter

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote