ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2002Paläopathologie: Schlusswort
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Für die Diskussionsbeiträge möchten wir uns bedanken. Ein interdisziplinärer Ansatz bei paläopathologischen Fragestellungen ist anzustreben, um spezielle Themen zu bearbeiten. Ziel unserer Arbeit war es, neurochirurgische Erkrankungen des Schädels aufzuzeigen und die vermeintlichen Konsequenzen darzulegen. Weitere Erkrankungen der Skelette aus dem frühen Mittelalter werden in dem Buch von Czarnetzki et al. beschrieben (2).
Bei den Merowingern aus Sontheim, Hemmingen, Donzdorf und Kirchheim/Ries konnte eine Karieshäufigkeit von 7,4 bis 15,6 Prozent festgestellt werden, dabei wurden deutliche Geschlechtsunterschiede beobachtet, auch die soziale Schicht (Adel/Freie/Halbfreie) war von Bedeutung (2).
Eine hohe Mineralisation der Knochen von alamannischen Skeletten kann neben einer großen körperlichen Belastung auch auf eine ausgewogene Ernährung hindeuten mit ausreichender Vitaminversorgung der Bevölkerung (Rachitis wurde nur selten beobachtet).
Die Häufigkeit von posttraumatischen Trepanationen in früheren Kulturen ist ein Indikator für die Gewaltbereitschaft der Population, über weitere Indikationen kann anhand der Schädel nur spekuliert werden.
In alamannischen Fürstengräbern wurden gelegentlich so genannte Spangenhelme gefunden, diese Kopfbedeckung wurde als Zeichen der Macht gedeutet. Kampfspuren lassen sich an diesen zum Teil vergoldeten Helmen nicht belegen. Zur Metallgewinnung und Schmiedekunst der Merowinger möchten wir auf den Artikel von Amrein und Binder hinweisen (1).

Literatur
1. Amrein H, Binder E: Metallgewinnung und Schmiedekunst im Frühen Mittelalter. In: Die Alamannen (Hrsg.:
Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg), Thiess Verlag 1998; 359–370.
2. Czarnetzki A, Uhlig C, Wolf R: Menschen des Frühen Mittelalters im Spiegel der Anthropologie und Medizin. Württembergisches Landesmuseum Stuttgart 1982; 1–102.

Dr. med. Jochen Weber
Leopoldina Krankenhaus
Neurochirurgische Klinik
Gustav-Adolf-Straße 8, 97422 Schweinfurt

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige