ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2002Fehlerhafte Aufklärung: Kläger war sich des Risikos einer Impotenz nicht bewusst

VARIA: Rechtsreport

Fehlerhafte Aufklärung: Kläger war sich des Risikos einer Impotenz nicht bewusst

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LNSLNS Im Rechtsstreit ging es um den Umfang der Patientenaufklärung durch den Arzt.
Der Kläger litt unter Bandscheibenbeschwerden, die jahrelang konservativ behandelt wurden. 1994 überwies ihn sein Hausarzt an einen Spezialisten. Dieser diagnostizierte einen Bandscheibenprolaps mit Nervenwurzeldekompression L5/S1 und empfahl eine Diskographie sowie eine Laser-Nervenwurzeldekompression. Der Kläger wurde operiert. Danach wurde bei ihm eine Peronaeusparese diagnostiziert, aufgrund derer er seine Tätigkeit als Schlosser aufgeben musste. Außerdem litt er unter Impotenz.
Der Bundesgerichtshof bestätigte das Urteil des Oberlandesgerichts, das dem Kläger ein Schmerzensgeld zugesprochen hatte. Die Aufklärung durch den operierenden Arzt sei ungenügend gewesen, weil ihn dieser nicht auf das Impotenz-Risiko hingewiesen hatte. Impotenz kann nach den Ausführungen des gerichtlich bestellten Sachverständigen auch bei einer regelgerechten Laser-Operation auftreten. Der Kläger hatte zuvor plausibel dargelegt, dass er in Kenntnis dieses Risikos den Eingriff nicht hätte vornehmen lassen. Weil durch die gebotene Aufklärung die Operation vermieden worden wäre, ist es, so das Gericht, gerechtfertigt, dem operierenden Arzt die Haftung für sämtliche Folgen des Eingriffs zuzurechnen. (Bundesgerichtshof, Urteil vom 30. Januar 2001, Az.: VI ZR 353/99) Be

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