ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2002Hypertonie: AT-II-Antagonist wirkt protektiv

AKTUELL: Akut

Hypertonie: AT-II-Antagonist wirkt protektiv

Dtsch Arztebl 2002; 99(15): A-985 / B-817 / C-765

Meyer, Rüdiger

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LNSLNS Bei Hypertoniepatienten, die bereits eine linksventrikuläre Hypertrophie entwickelt haben, schützen Angiotensin-II-(AT-II-)Antagonisten besser vor möglichen kardiovaskulären Komplikationen als Betablocker bei vergleichbarer Blutdrucksenkung. Besonders ausgeprägt ist die Wirkung bei Diabetikern. Dies zeigen die Ergebnisse der „Losartan Intervention For Endpoint Reduction in Hypertension Study“ (LIFE), die in Lancet (2002; 359: 995–1003 und 1004–1010) publiziert wurde. In der Doppelblindstudie wurden 9 193 Hypertoniker (160–200/95–115 mm Hg im Sitzen) mit echokardiographisch gesicherter linksventrikulärer Hypertrophie – aber ohne Schlaganfall und Herzinfarkt – entweder mit 50 mg Losartan oder mit 50 mg Atenolol behandelt. Kam es unter der Behandlung nicht zur ausreichenden Blutdrucksenkung, konnte ein Diuretikum (12,5 mg Hydrochlorothiazid) hinzugegeben werden. Im nächsten Schritt konnte die Losartan- beziehungsweise Atenololdosis verdoppelt werden. Schließlich war eine Dosiserhöhung des Diuretikums und eine Kombination mit weiteren Antihypertensiva möglich. In beiden Gruppen war die Blutdrucksenkung vergleichbar erfolgreich. Der systolische Wert fiel um etwa 30 mm Hg, der diastolische um etwa 17 mm Hg.

Die Auswirkungen auf den primären Endpunkt (Tod, Herzinfarkt oder Schlaganfall) waren jedoch unterschiedlich. Er wurde in den ersten vier Jahren der Behandlung von 508 Patienten im Losartan-Ast, aber von 588 Patienten im Atenolol-Ast erreicht. Dies entspricht einer relativen Risikosenkung um 13 Prozent. Er geht in erster Linie auf Unterschiede beim Schlaganfallrisiko zurück. An einem tödlichen oder nicht-tödlichen Schlaganfall erkrankten 232 (Losartan-Ast) statt 309 Patienten (Atenolol-Ast). Dies entspricht einer relativen Risikominderung um 25 Prozent. Die Unterschiede bei den Herzinfarkten oder bei der kardiovaskulären Sterblichkeit unterschieden sich dagegen nicht signifikant.

Bemerkenswert ist eine Auswertung der 1 195 Diabetiker aus der LIFE-Studie. In dieser Subgruppe bewirkte der AT-II-Antagonist nicht nur eine
24-prozentige Reduktion des primären Endpunktes. Auch der sekundäre Endpunkt Gesamtüberleben war um 39 Prozent reduziert. Dagegen konnte bei der Schlaganfallrate aufgrund geringer Fallzahlen kein Unterschied registriert werden. Der Vorteil durch die Angiotensin-II-Antagonisten wurde erzielt, obwohl weniger als 40 Prozent der Patienten das Blutdruckziel eines systolischen Werts unter 140 mm Hg erreichten. Rüdiger Meyer
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