ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2002Patientenquittung: Modellprojekt gestartet

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Patientenquittung: Modellprojekt gestartet

Dtsch Arztebl 2002; 99(15): A-986 / B-835 / C-790

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Startschuss für das Modellprojekt „Patientenquittung“ in Rheinhessen (v. r. Günter Gerhard, Vorsitzender der KV Rheinhessen, Malu Dreyer, Manfred Richter-Reichhelm, Walter Bockemühl, Vorsitzender der AOK Rheinland-Pfalz). Foto: KV Rheinhessen
Startschuss für das Modellprojekt „Patientenquittung“ in Rheinhessen (v. r. Günter Gerhard, Vorsitzender der KV Rheinhessen, Malu Dreyer, Manfred Richter-Reichhelm, Walter Bockemühl, Vorsitzender der AOK Rheinland-Pfalz). Foto: KV Rheinhessen
Rheinhessische Ärzte informieren Patienten über Leistungen und Honorar.

Die ersten Patientenquittungen sind Anfang April in Rheinhessen ausgestellt worden. Das regionale Modellprojekt soll den gesetzlich krankenversicherten Patienten mehr Einblick in die vom Arzt erbrachten Leistungen und deren voraussichtliche Vergütung geben. Das offenere Abrechnungsverfahren sorge für mehr Transparenz, sagte die rheinland-pfälzische Ge­sund­heits­mi­nis­terin Malu Dreyer. Zudem fördere die Information über ärztliche Leistungen das Kostenbewusstsein der Patienten.
Rund 100 niedergelassene Ärzte erproben das Modell ein Jahr lang. 63 der beteiligten Ärzte verschicken die Quittung am Ende eines Quartals, 32 händigen sie unmittelbar nach der Konsultation aus. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Rheinhessen, die Krankenkassen und das rheinland-pfälzische Ge­sund­heits­mi­nis­terium haben das Modellprojekt gemeinsam entwickelt. Das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) wertet es wissenschaftlich aus. „Sollte der Versuch erfolgreich verlaufen, werden wir uns für eine bundesweite Einführung der Patientenquittung einsetzen“, sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. med. Manfred Richter-Reichhelm, zum Start des Modells. Er bedauerte es, dass den Patienten aufgrund des derzeitigen Honorarsystems nur eine ungefähre Kostenübersicht ausgehändigt werden könne. Er mahnte deshalb
eine Gebührenordnung mit festen Euro-Beträgen an.
Für die Ausstellung einer Quartalsquittung erhalten die Ärzte 2,25 Euro, für die „Tagesquittung“ 1,50 Euro. Insgesamt stehen für das Projekt rund 770 000 Euro zur Verfügung. Den größten Teil der Kosten tragen die Krankenkassen. Die Kosten für die wissenschaftliche Begleitung in Höhe von rund 74 000 Euro übernimmt das ZI.
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