ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2002E-Business: Risiken absichern

Versicherungen

E-Business: Risiken absichern

Dtsch Arztebl 2002; 99(15): [98]

Combach, Rolf

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LNSLNS Unsere Welt wird immer kleiner. Informationen rasen sekundenschnell um den Erdball. Das Internet hat beste Chancen, die Basistechnologie der aufziehenden Wissensgesellschaft zu werden. Grund genug für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), seine schon zur Tradition gewordenen „Berliner Dialoge“ in diesem Jahr unter das Motto „Handel und Handeln im Netz – Wirtschaft und Politik im digitalen Aufbruch“ zu stellen.
38 Prozent der Internet- Nutzer gehen online, um sich aktuell zu informieren. Dies geht aus einer vor kurzem veröffentlichten Online-Umfrage hervor. Parallel zum Bürger hat die Wirtschaft das Internet entdeckt. Deutsche Unternehmen liegen bei der E-Business-Nutzung hinter Finnland an zweiter Stelle – noch vor den USA. Inzwischen sind 90 Prozent der Unternehmen in der Bundesrepublik ans Internet angeschlossen. Fast zwei Drittel sind mit einer eigenen Website im Internet präsent, und immerhin 20 Prozent der Unternehmen vertreiben ihre Produkte online. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Im nächsten Jahr werden nur noch fünf Prozent der deutschen Unternehmen nicht im Internet vertreten sein.
Doch neben den Vorteilen sind auch die Risiken zu beachten. Computerviren, Hackerangriffe oder Server-Abstürze sind kaum zu kalkulieren. Für Unternehmen stellt sich daher die Frage, wie bei Schäden im Netz zu verfahren ist. Wer haftet? Wer tritt beim Ausfall von IT-Netzen ein? „Es liegt auf der Hand, diese Risiken durch einen entsprechenden Versicherungsschutz abzusichern“, sagte GDV-Präsident Dr. Bernd Michaels in Berlin.
Die Versicherungswirtschaft sei derzeit damit befasst, Haftpflichtdeckungen für IT-Dienstleister aufzubauen. Dienstleistern, die Software erstellen, pflegen, implementieren oder als Provider tätig sind, entstünden erhebliche Probleme, wenn Anwender schädigen und dann für die Schäden haften müssen. Die Versicherungskunden seien es gewohnt, in ihren Versicherern auch in der Schadenverhütung und Schadenbegrenzung einen kompetenten Partner an ihrer Seite zu haben, sagte Michaels. Auch aus diesem Grund beschäftige sich die GDV-Dialoge-Veranstaltung mit der digitalen Revolution.
Haben die digitale Revolution und die neuen Medien den Dialog zwischen Politik und Gesellschaft verändert? Im Gegensatz zu den bisherigen Medien wie Fernsehen und Hörfunk stelle das Internet eine völlig neue Art der Kommunikation dar, hieß es in Berlin. Parteien, Verbände und Kommunen hätten dies erkannt. Zahlreich würden im Internet Chats und Diskussionsforen angeboten, um die Kommunikation zwischen Bürgern und Politikern oder zwischen Bürgern mit gleichen Interessen zu verbessern. Das Recht auf freie Meinungsäußerung werde in keinem anderen Medium so ausgeprägt genutzt wie im Internet.
Ein anderes Schlagwort, über das die Experten diskutierten, ist die E-Democracy. Es steht für die Hoffnung der Politik, das Politikinteresse über das Internet zu steigern und der zunehmenden Politikverdrossenheit entgegenzuwirken. Die Integration des Internets in den politischen Meinungsbildungsprozess stoße allerdings an ihre Grenzen, weil das Internet bislang größtenteils von jungen, gut informierten Menschen genutzt werde. Rolf Combach
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