ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2002Hygiene: Vermeidbare Schäden

AKTUELL

Hygiene: Vermeidbare Schäden

Dtsch Arztebl 2002; 99(16): A-1053 / B-877 / C-821

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Die DGKH will die Einsicht fördern, dass die Behandlung mit der Hygiene beginnt. Foto: Peter Wirtz
Die DGKH will die Einsicht fördern, dass die Behandlung mit der Hygiene beginnt. Foto: Peter Wirtz
Vorwurf: Viele Ärzte vernachlässigen Desinfektion.
Viele Ärzte nehmen nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) Hygienevorschriften nicht ernst genug. Das Personal wisse sehr wenig über Desinfektion und mache viele folgenschwere Fehler, sagte DGKH-Vorstandsmitglied Klaus-Dieter Zastrow im Rahmen des 6. Internationalen Kongresses der Gesellschaft in Berlin. Besonders alarmierend sei, dass viele Ärzte Hygienemaßnahmen, die Standard sind und „einfach zur Behandlung gehören“, nicht beachteten. Oftmals desinfizierten sie nicht einmal ihre Hände. Zastrow geht von jährlich mehr als 500 000 krankenhausbedingten Infektionen aus, ein Drittel davon sei vermeidbar. Der Schaden für die Kassen liege jährlich bei rund 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro.
Der DGKH-Vorsitzende Axel Kramer plädierte dafür, die Hygienevorschriften in Krankenhäusern in die Arbeitsabläufe der Abteilungen zu integrieren. Es gelte, die Akzeptanz für die Arbeit der Hygieneexperten zu steigern und die Einsicht zu fördern, dass die Behandlung bereits mit der Hygiene beginne.
Ein Schwerpunkt des Kongresses lag auf dem Thema Endoskopie: Vor allem niedergelassene Ärzte verzichteten oft darauf, ihre Endoskope viermal jährlich neu validieren zu lassen. Weil viele Praxen zu wenige Geräte vorhielten, würden diese oftmals nur mangelhaft aufbereitet. Dann könnten die Geräte Bakterien, Pilze, Viren, Parasiten und Würmer übertragen.
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema