ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2002Deklaration von Helsinki: Irrtum

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Deklaration von Helsinki: Irrtum

Dtsch Arztebl 2002; 99(16): A-1082 / B-902 / C-844

Creutzfeldt, W.

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LNSLNS . . . In diesem Aufsatz referieren Sie Ausführungen von Herrn Dr. Kloiber, der mir bisher nicht bekannt war. Danach soll die Deklaration von Helsinki (1964) „vor dem Hintergrund tragischer Ereignisse der frühen 60er-Jahre“ entstanden sein, womit die Contergan-Affäre gemeint war.
Hier liegt ein Irrtum vor. Die Deklaration von Helsinki ist eine Neufassung des „International Code of Medical Ethics“, der im Jahre 1948 von der Generalversammlung der World Medical Association angenommen wurde. Dieser basierte auf dem so genannten Nürnberger Codex, der im Schlussurteil der Nürnberger Ärzteprozesse 1947 in zehn Grundsätzen die Bedingungen festlegte, unter denen medizinische Experimente am Menschen erlaubt sind. Die Deklaration von Helsinki 1964 formulierte diese Grundsätze lediglich neu und hat sie seitdem mehrfach modifiziert.
Bei der Contergan-Affäre ging es nicht um Menschenversuche, sondern um Mängel bei der Zulassung von Arzneimitteln . . .
Prof. Dr. med. Dr. med. h.c. W. Creutzfeldt, FRCP, Zentrum Innere Medizin, Georg-August-Universität Göttingen, Postfach 3742/43,
37070 Göttingen
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