ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2002Hausärztliche/Internistische Weiterbildung: Schlichtungsversuche

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Hausärztliche/Internistische Weiterbildung: Schlichtungsversuche

Dtsch Arztebl 2002; 99(17): A-1117 / B-950 / C-873

Gerst, Thomas

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LNSLNS Man kann das Ganze auch positiv sehen: Was wäre ein Deutscher Ärztetag ohne die Kontroverse zwischen Allgemeinärzten und Internisten? Die Auseinandersetzung um die Weiterbildung, die zur hausärztlichen Versorgung berechtigen soll, wird die Delegierten Ende Mai in Rostock beschäftigen. Ein von der Arbeitsgruppe „Zukunft der hausärztlichen Versorgung“ der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) vorgelegter zweigliedriger Modellvorschlag zur künftigen Zusammenführung von Innerer Medizin und Allgemeinmedizin stößt beim Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) auf Ablehnung. Nach der Devise „Der Internist ohne Schwerpunkt ist der Hausarzt von morgen“ plädiert der BDI weiterhin für eine gemeinsame fünfjährige Weiterbildung, die einen neuen Arzttyp mit internistischem Schwerpunkt für die Grundversorgung in Klinik und Praxis hervorbringen soll. Darauf aufbauend könnten sich die Ärzte zu Schwerpunktinternisten weiterbilden.
Das Modell der BÄK-Arbeitsgruppe sieht dagegen für den künftigen Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin sowie für den Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunktbezeichnung zunächst eine dreijährige internistische Weiterbildung vor. Danach kann sich der Arzt in zwei allgemeinmedizinischen Weiterbildungsjahren für die hausärztliche Tätigkeit qualifizieren oder aber den dreijährigen Weg zum Schwerpunktinternisten wählen. Ein Vorteil dieses Modells bestünde darin, dass nicht jeder Schwerpunktinternist die hausärztliche Weiterbildung einschließlich Praxisphase absolvieren muss. Zudem würde durch anrechenbare Zeiten aus „Schnittfächern“ und weiteren Gebieten der Erwerb beider Facharztqualifikationen in sieben Jahren gewährleistet. Der Berufsverband der Allgemeinärzte (BDA) begrüßt die BÄK-Vorschläge, mit deren Realisierung ein exklusiver Weiterbildungsgang für die hausärztliche Versorgung beibehalten würde. Auch der Bundesverband Hausärztlicher Internisten (BHI) und der Marburger Bund äußerten sich zustimmend zum BÄK-Modell. Bei einer Entscheidung der Ärztetags-Delegierten für dieses Modell wird der Erfolg jedoch ganz entscheidend davon abhängen, ob sich junge Ärzte in ausreichender Zahl für die hausärztliche Weiterbildung entscheiden. Anderenfalls könnte dieses Thema schneller als erwartet wieder auf der Tagesordnung eines Deutschen Ärztetages stehen. Thomas Gerst
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