ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2002Höhere Versicherungspflichtgrenze: Mit Verfassungsklage gedroht

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Höhere Versicherungspflichtgrenze: Mit Verfassungsklage gedroht

Dtsch Arztebl 2002; 99(17): A-1121 / B-933 / C-877

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LNSLNS Die private Kran­ken­ver­siche­rung befürchtet,
vom „Nachwuchs abgeschnitten“ zu werden.

Die private Kran­ken­ver­siche­rung wehrt sich gegen die Pläne von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt (SPD), Besserverdienenden den Wechsel zu einer privaten Kran­ken­ver­siche­rung zu erschweren. Damit greife die Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin „in unverhältnismäßiger Weise“ in die Rechte der privaten Kran­ken­ver­siche­rung ein, sagte der Direktor des Verbandes der privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV), Christoph Uleer, gegenüber der Nachrichtenagentur ddp. Er kündigte Verfassungsklage an, sollte das Vorhaben umgesetzt werden.
Bisher dürfen Versicherte zur privaten Kran­ken­ver­siche­rung wechseln, wenn sie 3 375 Euro und darüber verdienen. Diese Versicherungspflichtgrenze will Schmidt deutlich anheben, um die Abwanderung aus den gesetzlichen Krankenkassen einzudämmen.
Uleer befürchtet, dass die privaten Kran­ken­ver­siche­rungen durch das Vorhaben vom „Nachwuchs abgeschnitten“ werden und ihre Prämien erheblich erhöhen müssten. Dabei sei der Großteil der Versicherten „in ihren besten Jahren“, in denen sie verhältnismäßig wenig Kosten verursachen, ohnehin bei den gesetzlichen Krankenkassen. Das Durchschnittsalter für Übertritte liege derzeit bei 34 Jahren. Ab einem Alter von 40 „kosten die Menschen mehr als sie einzahlen“, fügte er hinzu.
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