ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2002CRP-Spiegel korrelieren mit Atherosklerose

POLITIK: Medizinreport

CRP-Spiegel korrelieren mit Atherosklerose

Dtsch Arztebl 2002; 99(17): A-1132 / B-942 / C-886

Meyer, Rüdiger

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LNSLNS Das C-reaktive Protein (CRP) ist ein zuverlässiger Marker für die Atherosklerose. US-Pathologen berichten in der Online-Ausgabe von Circulation, dass die CRP-Spiegel eng mit der Verbreitung der Plaques in den Gefäßen korreliert. Sie fordern einen CRP-Test für alle Risikopatienten. Allan Burke und Mitarbeiter vom Pathologischen Institut der US-Streitkräfte in Washington haben postmortal die Gefäße von 302 Frauen und Männern untersucht, darunter waren 73 Personen, die an einem akuten atherosklerotischen Gefäßverschluss verstorben waren, 71 Patienten mit stabilen Plaques und 158 Kontrollen mit nicht-kardiologischen Todesursachen.
Von allen Patienten waren Blutproben archiviert worden, in denen die Pathologen die CRP-Werte bestimmen ließen. Ergebnis: Die akut an einem Gefäßverschluss gestorbenen Patienten hatten mit 3,2 µg/ml die höchsten CRP-Blutspiegel. Es folgen mit 2,9 µg/ml Personen mit Plaque-Erosionen und mit 2,5 µg/ml Personen mit stabilen Plaques. In der Kontrollgruppe lag der CRP-Spiegel mit 1,4 µg/ml deutlich niedriger. Insgesamt hatten 52,8 Prozent der Patienten mit einem akuten Gefäßtod CRP-Spiegel über 3 µg/ml, während es in der Kontrollgruppe nur 20 Prozent waren. Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass ein erhöhter CRP-Wert das Risiko auf Schlaganfall und Herzinfarkt steigert. Die jetzige Studie konnte jedoch erstmals die CRP-Spiegel mit den pathologischen Substraten korrelieren.
CRP war neben dem Rauchen der einzige Prädiktor auf einen akuten Herztod. Für Gesamtcholesterin, Diabetes mellitus und Übergewicht wurde keine signifikante Korrelation gefunden. Die Pathologen sehen deshalb in dem CRP-Bluttest eine mögliche Screeningmethode für eine Atherosklerose. Ob ein erhöhter Wert tatsächlich ein Kriterium für eine präventive Behandlung mit Statinen oder Aspirin sein kann, müssen jedoch erst weitere Studien zeigen. Rüdiger Meyer

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