ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2002Grüne Gentechnik: Zukunftsoptionen zurechtgebogen?
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LNSLNS Im Sozialismus hieß es immer „von der Sowjetunion lernen heißt Siegen lernen“. Der Bauernverband scheint dieses Paradigma übernommen zu haben, allerdings mit amerikanischen Vorzeichen, wenn es beim Thema „grüne Gentechnik“ nicht mehr um kritische Reflexion geht, sondern um die Übernahme nordamerikanischer Positionen und die Frage, wie denn die gesellschaftliche Akzeptanz verbessert werden kann.
Wir wissen aber längst, dass mit derart profitorientierten Techniken die Ernährung der Weltbevölkerung keinen Deut besser wird, sondern mit einer gerechteren Verteilung. Wir wissen auch, dass grüne Gentechnik keine Züchtung ist, sondern willkürliches Überschreiten von Artengrenzen, was in der Evolutionsgeschichte ohne Beispiel ist und hinsichtlich der nicht abschätzbaren Folgen verantwortungslos.
„Eine unfröhliche Wissenschaft hat unsere Freiheit, auf ihre Produkte zu reagieren, immer mehr eingeschränkt und keineswegs ohne unsere Beihilfe. Dass das bessere Leben, das sie versprechen, am Ende kein Leben mehr sein könnte, ist ein so schwerwiegender Verdacht, dass wir zu immer stärkeren Betäubungsmitteln greifen, in der Hausapotheke wie in der Politik“, hat der Schriftsteller Adolf Muschg geschrieben.
Auch das DÄ wird zu einem solchen Betäubungsmittel, wenn Behauptungen zu scheinbar notwendigen Zukunftsoptionen zurechtgebogen werden.
Dr. med. Christoph Dembowski, Gerberstraße 19, 27356 Rotenburg (Wümme)
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