ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2002Pränataldiagnostik: Veraltet

BRIEFE

Pränataldiagnostik: Veraltet

Dtsch Arztebl 2002; 99(17): A-1144 / B-976 / C-916

Loe, Wessel von

Zu den Mutterschaftsrichtlinien:
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS „Mutterschaftsvorsorge hat letztlich auch eine medizinethische Komponente, da sie in einem nicht geringen Prozentsatz eben gerade nicht zur Mutterschaft führen soll, sondern zum genauen Gegenteil.“ In diesem Satz kulminiert die heutige Auffassung der praktizierten Rechtslage für die Schwangerenbetreuung. Sie wird erörtert in einem Aufsatz des renommierten Rechtsanwaltes Dr. Rudolf Ratzel über Aufklärungs- und Beratungspflichten des Gynäkologen mit dem Untertitel: „Die Statik der Richtlinien bedingt, dass sie kurz vor einer Überarbeitung nicht mehr den neuesten Stand der medizinischen Erkenntnis repräsentieren (Gynäkologische Nachrichten 2/2002, Seite 6).“
Also die Mutterschaftsrichtlinien sind veraltet, von uns Fachärzten wird – nach neuestem medizinisch-juristischem Stand – erwartet, die richtigen Frauen zur Mutterschaft und „einen nicht geringen Prozentsatz“ (5 %?,
10 %?, 25 %?) zum Schwangerschaftsabbruch zu führen.
Ohne mich! Das ist das Ende des medizinischen, sozialen und ethischen Fortschritts. Die französischen Frauenärzte haben sich gerade erst zu Recht gewehrt und landesweit sämtliche Schwangerschaft-Ultraschall-Screening-Untersuchungen abgelehnt, weil sie die aufgedrängte Richterfunktion nicht übernehmen wollen und können. Wo bleibt der Aufschrei bei uns?
Dr. med. Wessel von Loe, Frankfurter Straße 38, 75433 Maulbronn
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema