ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2002Inhalatives Insulin besteht erste klinische Studien

POLITIK: Medizinreport

Inhalatives Insulin besteht erste klinische Studien

Dtsch Arztebl 2002; 99(18): A-1211 / B-1035 / C-967

Scherbaum, Werner A.

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Während die Resorption von Insulin über die Nase inkonstant und gering ist, wird Insulin pulmonal sehr gut resorbiert. Die Daten aus Phase-II-Studien zeigen, dass bei einer Inhalation von Insulin in Form geeigneter Präparationen sehr gut reproduzierbare Insulinspiegel im Blut erzeugt werden, die in ihrer intraindividuellen Variation dem subkutan injizierten Insulin nicht nachstehen. Der Effekt tritt rascher ein und hält kürzer an als subkutan verabreichtes Normalinsulin, ist jedoch nicht ganz so kurz wirksam wie Insulin Lispro. Die maximale blutzuckersenkende Aktivität von inhalativem Insulin ist jedoch vergleichbar mit Normalinsulin.
Beim Typ-1-Diabetes ergaben sich in einer US-Studie keine Unterschiede in der Wirksamkeit und Verträglichkeit von inhalativem Insulin versus s. c. Normalinsulin. Bei Typ-2-Diabetikern zeigten Patienten, die mit inhalativem Insulin und Ultralente s. c. behandelt wurden, ähnliche Ergebnisse wie Patienten, die zweimal täglich Mischinsulin s. c. bekamen. In einer weiteren Studie mit Typ-2-Diabetikern wurde bei Patienten mit einer unbefriedigenden Blutzuckereinstellung unter oralen Antidiabetika zusätzlich zu den Mahlzeiten inhalatives Insulin verabreicht. Bei dieser Gruppe zeigte sich eine deutliche Verbesserung des HbAlc-Wertes um etwa 2,3 Prozentpunkte, während die Placebogruppe unverändert blieb.
Zahlreiche Lungenfunktionstests ergaben bisher keine negativen Effekte. Dennoch laufen zahlreiche Untersuchungen zur Langzeitsicherheit des inhalativen Insulins, weil bei pulmonaler Applikation eine zehnfach höhere Insulindosis gegenüber der subkutanen Gabe erforderlich ist. Einschränkend muss zur inhalativen Insulinapplikation erwähnt werden, dass bei Rauchern die Insulinwirkung stärker ist und schneller eintritt, sodass Raucher zunächst von dieser Therapie ausgeschlossen werden müssen. Prof. Dr. med. Werner A. Scherbaum

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema