ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2002Mammographie: Grund - Die Kosten
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LNSLNS . . Schon die Überschrift, die journalistisch aufreißerisch ein schwieriges Thema aufgreift, lässt einen Arzt, der über die großen Schwierigkeiten weiß, erstarren. Hier bekommt der Leser vermittelt, dass alle Ärzte, die an der Mammographie beteiligt sind, aktiv ihre Patienten töten. Wahrscheinlich hat der Revolver auch sechs Kugeln. In dem sehr problematischen Feld, in dem sich die Medizin bewegt, ist es immer möglich, dass kerngesunde Patientinnen sowohl mit falschpositiven als auch falschnegativen Diagnosen nach Hause geschickt werden. Auch dies kommt in allen Lebensbereichen vor und ist nur als Polemik zu verstehen.
Über den Nutzen einer Mammographie wird auf Expertenebene diskutiert. Kein Gesetz wird dazu beitragen, dass Frauen nicht mehr an Brustkrebs erkranken. Die ketzerische Frage, dass in Deutschland kein Radiologe weiß, wie viele Tumoren er übersieht, nach Hause schickt, diskreditiert den Autor vollkommen. Zum einen werden die meisten Mammographien nicht von Radiologen befundet. Zum anderen hat jeder verantwortungsvoll tätige Arzt eine Qualitätskontrolle in sein tägliches Arbeiten eingefügt. Hier sind es gerade die Radiologen, die bei schlechter diagnostischer Qualität von ihren Zuweisern gemieden werden.
Herr Koch hätte sich darüber äußern sollen, warum Frau Schmidt ein Gesetz zur Früherkennung von Brustkrebs nicht eingeführt hat. Die Antwort ist doch denkbar einfach. Es sind die Kosten. Ist ein Gesetz verankert, wird selbstverständlich die Kostenfrage gestellt werden. Die Krankenkassen sind nicht bereit, die gleichen hohen Summen wie in den immer als Vorbilder angeführten Ländern zu zahlen . . .
Dr. med. Thomas Fox, Krankenhaus St. Josef, Klosterstraße 14, 66125 Saarbrücken
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